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Filiale in Eckernförde : Protest gegen Burger King

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Radikaler Sparkurs bei der Fast-Food-Kette: Entlassungen und Geschäfts-Aufgaben

Stade/Eckernförde | Kündigungen von Betriebsräten, verspätete Lohnzahlungen, merkwürdiges Vorgehen gegen Franchise-Nehmer: Die Geschäfte beim Burger King laufen schlechter als beim Hauptkonkurrenten McDonalds – und der Fast-Food-Riese versucht mit allen Mitteln, Boden gut zu machen. Auswirkungen sind auch in Schleswig-Holstein zu spüren: Die Burger-King-Filiale in Eckernförde, direkt an der B203 gelegen, steht seit Juni 2011 leer. Investor Waldemar Behn ging der Betreiber seines Restaurants pleite, seitdem suchte Behn lange einen Neuen – denn in dem Doppel-Franchise-System von Burger King ist er nur der Besitzer der Immobilie. Das Restaurant vermietet er an einen Betreiber, über den die Kette mitbestimmt – doch in der Zentrale in München kamen nichts als Vertröstungen. Jetzt hat Behn die Suche nach einem neuen Burger-King-Betreiber aufgegeben: Die Immobilie soll künftig anders genutzt werden.

Am Dienstag nun demonstrierten Mitarbeiter und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten vor dem Arbeitsgericht in Stade gegen die Zustände in vielen Burger-King-Filialen und das dort seit Mitte des vergangenen Jahres herrschende „Klima der Angst“. 4000 gesammelte Protestunterschriften wollte eine Unternehmens-Anwältin nicht entgegennehmen. Vor dem Gericht wird über die Kündigung eines Betriebsrats verhandelt – mal wieder. Seit im Mai 2013 der Betreiber der Stader Filiale, Ergün Yildiz, die letzten 91 noch direkt von Burger King als Burger King GmbH betriebenen Restaurants übernommen hat, ist die Stimmung vergiftet.

Schon wenige Tage nach der Übernahme der Burger King GmbH durch die Yi-Ko Holding GmbH, hinter der Yildiz und sein Geldgeber Alexander Kolobov aus Russland stehen, ging es los: Statt die im Tarif vorgegebenen 7,71 Euro gebe es künftig nur noch 6 bis 6,50 Euro pro Stunde, die Zahl der Angestellten müsse reduziert werden, hieß es in einem Schreiben an die übernommenen Filialen. Arbeitnehmer, die – teilweise nur einen Tag lang – krank waren, bekamen ihren Lohn erst mit mehreren Wochen Verspätung. Zudem leitete die Yi-Ko Holding Kündigungsverfahren gegen zahlreiche Betriebsräte ein, die jetzt gerichtlich dagegen vorgehen. Einer dieser mehr als 20 Prozesse ist nun in Stade angelaufen.

Vor Gericht lässt sich die Yi-Ko Holding übrigens von einem einschlägigen Fachmann vertreten: Der Hamburger Rechtsanwalt Helmut Naujoks ist durch sein Buch „Kündigung der Unkündbaren“ bekannt geworden. Der „Spiegel“ hat ihn einmal „Betriebsrätefresser“ genannt.

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erstellt am 21.Jan.2014 | 13:36 Uhr

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