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Agrarflächen : Preise für Ackerland bleiben hoch

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Agrarflächen sind für Investoren interessant. Die Nachfrage ist groß, das treibt die Preise nach oben. Daran dürfte sich nach Experteneinschätzung auch 2014 wenig ändern.

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erstellt am 21.Dez.2013 | 10:53 Uhr

Berlin | Die zuletzt stark gestiegenen Preise für Agrarflächen in Deutschland werden nach Expertenansicht auch im kommenden Jahr ihr hohes Niveau halten. „Die Nachfrage nach Agrarflächen wird auch 2014 hoch bleiben. Daher rechne ich nicht damit, dass die Bodenpreise schnell sinken werden“, sagte Andreas Tietz vom bundeseigenen Braunschweiger Thünen-Institut für Ländliche Räume.

Der Deutsche Bauerverband gibt sich dagegen etwas vorsichtiger: „In den vergangenen Jahren ist ein deutlicher Anstieg unverkennbar, inwieweit sich die Bodenpreise 2014 weiter auf dem relativ hohen Niveau halten werden, ist offen“, sagte Bauerverbandsexperte Peter Pascher . „Gegen einen weiteren Anstieg sprechen die gesunkenen Preise für wichtige Ackerbauprodukte.“ 

Die letzten verfügbaren Zahlen zu den Agrarpreisen des Statistischen Bundesamts beziehen sich auf das Jahr 2012. Neue Daten gibt es nach Auskunft der Wiesbadener Behörde erst etwa Mitte 2014. Zwischen 2003 und 2012 schnellte der Kaufwert für einen Hektar Agrarfläche von 9184 Euro auf 14 424 Euro um mehr als 50 Prozent nach oben. Auch zuletzt waren die Preise kräftig gestiegen.

Allerdings gibt es große regionale Unterschiede: Während ein Hektar 2012 in Westdeutschland im Schnitt 22 267 Euro kostete, lag der Preis im Osten bei 9593 Euro. „Je nach Bodengüte, Nutzungsart oder regionaler Lage sind die Preisunterschiede beim Kauf von Agrarflächen erheblich“, heißt es dazu im jüngsten Situationsbericht des Bauernverbands zur Landwirtschaft. Auch Peter Pascher vom Bauernverband erläutert: „Bei den Preisen in Ostdeutschland sind zwar mitunter hohe Zunahmen zu verzeichnen. Man muss aber auch beachten, von welchem Niveau wir hier kommen. Wir sehen hier also auch einen klassischen Aufholprozess.“ 

Nach Einschätzung von Fachmann Tietz hängt die langfristige Entwicklung von vielen Faktoren ab, „vor allem davon, ob Agrarflächen durch entsprechende zinspolitische Entscheidungen für Geldanleger an Attraktivität verlieren“. Anleger spielen nach seinen Worten auf dem Bodenmarkt eine wichtige Rolle - „und zwar in West- wie in Ostdeutschland, auch wenn die gesetzlichen Hürden nicht unbedingt niedrig sind“. Dass Investoren auch bei Agrarunternehmen einsteigen, sei kein neues Phänomen. „Man kann sagen, dass die Landwirtschaft für vermögende Nichtlandwirte nach wie vor ein attraktives Investitionsziel ist“, so Tietz, der dieses Thema in mehreren Studien untersucht hat.

Es stimme, „dass die Bodenpreise auch davon in die Höhe getrieben werden, dass das Interesse von Investoren hoch ist und diese auch bereit sind, entsprechend mitzubieten“. Das bleibt nach Ansicht des Experten nicht ohne Folgen: „Insbesondere kleinere landwirtschaftliche Betriebe ohne andere Einkommensquellen leiden natürlich darunter.“ 

Auch Peter Pascher räumt ein, dass der Wettbewerb um die Flächen zugenommen habe und ergänzt: „Das liegt natürlich am Boom der Biogasanlagen“, so Pascher. So war es durch günstige Förderbedingungen zwischen 2007 und 2012 zu einem Boom bei neuen Anlagen gekommen. „Hier ist aber die Luft mittlerweile raus. 2013 wurden nur etwa 260 neue Anlagen zugelassen. Der Bestand an Biogasanlagen liegt damit bei insgesamt 7800“, erläutert Pascher mit Blick auf die umfassende Reform des zugrundeliegenden Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

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