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Fragen und Antworten : Piloten-Streik am Mittwoch - Lufthansa veröffentlicht Sonderflugplan

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Die Tarifverhandlungen zwischen der Lufthansa und ihren streikfreudigen Piloten sind schon wieder gescheitert. Am Mittwoch fällt mindestens jeder zweite Lufthansa-Flug aus. shz.de mit Fragen und Antworten.

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erstellt am 17.Mär.2015 | 08:13 Uhr

Frankfurt/Main | Lufthansa-Passagiere müssen sich schon wieder auf Flugausfälle gefasst machen. Wegen des für Mittwoch angekündigten Pilotenstreiks hat die Lufthansa 750 Inlands- und Europaflüge mit rund 80.000 betroffenen Passagieren gestrichen, die vor allem über die Drehkreuze München und Frankfurt reisen wollten. Ursprünglich waren an diesem Tag rund 1400 Verbindungen geplant, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Dienstag in Frankfurt. Fast alle Absagen betreffen den Mittwoch, an diesem Dienstag, am Donnerstag und am Samstag kommt es nur zu vereinzelten geplanten Flugabsagen.

Die Lufthansa hat ihren Sonderflugplan und eine Liste mit gestrichenen Flügen für Mittwoch bekannt gegeben. Betroffen sind auch Verbindungen ab Hamburg. 25 Verbindungen von Hamburg nach Frankfurt und München sind gestrichen. Umgekehrt werde die gleiche Anzahl Flüge Hamburg nicht erreichen, geht aus der Liste hervor. Für Inlandsflüge verweist Lufthansa ihre Kunden auf die Bahn. Die Tickets müssen vorher umgebucht werden. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat ihre Mitglieder für Mittwoch zu einem eintägigen Streik bei der Lufthansa aufgerufen. Deutschlandweit würden Kurz- und Mittelstreckenflüge von 00.01 Uhr bis 23.59 Uhr bestreikt, kündigte die Gewerkschaft am Montag an. Nicht betroffen sind Flüge der Germanwings, Eurowings, Air Dolomiti, Swiss, Brussels Airlines und Austrian Airlines.

Die Piloten hatten in den vergangenen Monaten wiederholt bei den Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings gestreikt. Vordergründiger Streikanlass ist die umstrittene Übergangsversorgung der Piloten bis zur gesetzlichen Rente. Es ist aber auch eine Vielzahl weiterer Tarifthemen ungelöst - und es gibt einen heftigen Streit über den künftigen Kurs bei Europas größtem Luftfahrtkonzern.

Das Langstreckenprogramm laufe wie geplant, teilte die Lufthansa am Montagabend mit. Demnach wird die Lufthansa-Gruppe trotz des Streiks insgesamt rund zwei Drittel ihres Flugprogrammes absolvieren. Den meisten Passagieren, die vom Arbeitskampf betroffenen seien, könnten Alternativen durch Umbuchungen auf andere Flüge angeboten werden. Ein Sonderflugplan soll am Dienstag im Internet unter LH.com veröffentlicht werden.

Unmittelbar vor der zwölften Runde des Pilotenstreiks bei der Lufthansa war der Gesprächsfaden zwischen Unternehmen und Gewerkschaft abgerissen. Die Lufthansa sagte eine für diesen Dienstag geplante Verhandlungsrunde zum Gehaltstarifvertrag der rund 5400 Piloten im Konzerntarifvertrag ab. Das Angebot zur Erhöhung der Gehälter habe man zurückgezogen, teilte das Unternehmen in Frankfurt weiterhin mit.

Das ist bereits die zwölfte Streikrunde seit dem April vergangenen Jahres. Die Lufthansa warf der Pilotengewerkschaft vor, dass die Streikankündigung einmal mehr jeglicher Verhältnismäßigkeit entbehre.

Die Vereinigung Cockpit begründete dagegen den Arbeitskampf unter anderem damit, dass bei Verhandlungen der Tarifparteien Mitte vergangener Woche keine Fortschritte beim Thema Übergangsversorgung erzielt worden seien. Das Lufthansa-Management beharre auf seiner Position einer deutlichen Verschlechterung für junge Piloten bis hin zur Abschaffung der Übergangsversorgung. Das sei für die Vereinigung Cockpit nicht akzeptabel.

Die Pilotengewerkschaft drohte damit, ihre Arbeitskampfmaßnahmen auszuweiten, um den Druck auf die Lufthansa zu erhöhen. „Dass damit erneut auch die Reisenden beeinträchtigt sein werden, bedauert die VC sehr“, heißt es. „Lufthansa schickt Parolen in die Öffentlichkeit, die keinen ernsthaften Einigungswillen erkennen lassen. Mit ,Basta-Ansagen' über die Öffentlichkeit löst man keine Tarifkonflikte“, erklärte Ilona Ritter, Vorsitzende Tarifpolitik der Vereinigung Cockpit.

shz.de mit Fragen und Antworten rund um den Lufthansa-Streik.

Mein Flug fällt aus. Welche Rechte habe ich?

Fällt ein Flug wegen eines Streiks aus, muss die Airline schnellstmöglich eine Ersatzbeförderung organisieren. Außerdem ist sie verpflichtet, gestrandete Passagiere bei  Verspätungen ab zwei Stunden mit Essen und Getränken zu versorgen sowie Zugang zu Kommunikationsmitteln zu ermöglichen. Dies gilt für Flüge bis zu 1500 Kilometern. Bei einer Strecke von 1500 bis 3500 Kilometern gibt es Unterstützung nach drei Stunden, ab 3500 Kilometern nach vier Stunden Wartezeit.

Passagiere, deren Flüge gestrichen wurden, können kostenfrei stornieren oder umbuchen.

Was kann ich konkret vor Reiseantritt tun?

Lufthansa rät allen Passagieren, sich vor Antritt ihrer Reise im Internet über den Status ihres Flugs zu informieren. Auf der Lufthansa-Homepage können Kunden unter „Meine Buchungen“ den Status ihrer Flüge einsehen. Eventuell werden dort bereits Ersatz-Flüge angezeigt. Das Service-Center der Lufthansa steht bei Fragen unter Tel.:  0800/850 60 70 zu Verfügung. Der Anruf ist kostenfrei.

Was passiert, wenn ich am Flughafen gestrandet bin?

Der Veranstalter oder die Fluggesellschaft muss gestrandete Kunden betreuen. Die Leistungen gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung sind unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist. Passagiere haben Anspruch auf Essen und Getränke, meist erhalten sie dafür Gutscheine. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung in einem Hotel übernehmen.

Wie komme ich trotz des Streiks an mein Reiseziel?

Passagiere, die innerhalb Deutschland reisen, dürfen die Züge der Deutschen Bahn nutzen. Dafür muss das Ticket online oder an einem Lufthansa Check-in Automaten umgebucht werden.

Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen fordern.

Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast das Recht, sein Flugticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen. Damit ist die Airline jedoch aus allen Pflichten entlassen.

Was bedeutet Ersatzbeförderung genau?

Die Fluggesellschaft oder der Reiseveranstalter müssen ihre Passagiere schnellstmöglich ans Ziel bringen. Bei einem kürzeren Streik von nur wenigen Stunden kann es reichen, zu warten, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird. Dauert der Ausstand länger, müssen die Airlines und Reiseveranstalter die Kunden zum Beispiel mit der Bahn oder Bussen zu anderen Flughäfen bringen - und von dort aus zum gewünschten Ziel.

Habe ich Anspruch auf eine Entschädigung?

Normalerweise steht Reisenden bei einem Flugausfall oder massiven Verspätungen laut der EU-Fluggastrechteverordnung eine Ausgleichszahlung zu. Das gilt jedoch nach derzeitiger Rechtssprechung nicht, wenn höhere Gewalt vorliegt. Das ist laut Bundesgerichtshof bei Streiks der Fall. Eine Ausnahme: Der Passagier kann nachweisen, dass die Fluggesellschaft nicht alles getan hat, um die Streikfolgen abzumildern.

 
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