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Brexit-Abstimmung in Grossbritannien : Pfund bricht ein - Dax verliert 1000 Punkte

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Aktienmarkt geht massiv nach unten. Auch die Ölpreise brechen ein. Britisches Pfund auf niedrigstem Stand seit 1985.

Den letzten Stand zum Brexit lesen Sie in unserem Liveblog.

Brexit-Schock für Europa und die Finanzmärkte: Ein Austritt der Briten aus der EU, der in letzten Umfragen noch abgewendet schien, sorgt für einen „Black Friday“ sorgen. Der deutsche Leitindex Dax notierte kurz nach 9 Uhr mehr als 1000 Punkte niedriger bei 9277. Das entspricht einem Minus von 10,50 Prozent. rößte Verlierer waren Finanzwerte wie Commerzbank (-18,3 Prozent), Deutsche Bank (-18,3 Prozent) und Allianz (minus 13,9 Prozent). Hersteller von Komsumartikeln hielten sich vergleichsweise gut mit Aktien wie Henkel (-4,9 Prozent) oder Beiersdorf (-6,1 Prozent).

Die Anleger werden klar auf dem falschen Fuß erwischt: Seit Mitte der Vorwoche war der Dax in zunehmender Hoffnung auf einen Verbleib der Briten noch um fast neun Prozent nach oben gesprungen. Nun der historische Einbruch. Der bislang schwärzeste Tag war 1989 mit einem Rutsch um 12,81 Prozent. Um diesen Negativrekord einzustellen, müsste der Dax aber deutlich unter 9000 Punkte abrutschen.

Bei weltweit einbrechenden Aktienmärkten flüchteten die Anleger in sichere Häfen. Vor allem der Yen blieb als Fluchtwährung gesucht. Das Pfund wertete gegenüber der japanischen Währung um bis zu 15 Prozent ab. Auch Gold und Anleihen waren am Morgen gefragt. Gold stieg in US-Dollar um 6,7 Prozent auf 1340 Dollar.

Britisches Pfund auf niedrigstem Stand seit 1985

Das britische Pfund rutschte auf den tiefsten Stand seit 1985 ab. Die britische Währung fiel unter 1,33 Dollar und war damit rund elf Prozent billiger gegenüber dem US-Dollar als am frühen Morgen, als das Pfund zeitweise noch etwas mehr als 1,50 Dollar gekostet hatte. Damit dürfte die britische Währung noch mehr verlieren als am 16. September 1992, als Großbritannien am 16. September nach massiven Verkäufen großer Investoren das Europäische Währungssystem (EWS) verlassen musste.

Auch der Euro stand stark unter Druck. Am frühen Morgen kostete die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,0978 Dollar fast fünf Cent weniger als noch wenige Stunden davor, als die Hoffnung auf einen Verbleib Großbritanniens noch überwogen hatte. Experten rechnen im Handelsverlauf mit weiter starken Bewegungen.

Ebenfalls heftige Ausschläge gab es an den Aktienmärkten in Asien. Der Nikkei-Index in Tokio rutschte bis 6 Uhr Uhr deutscher Zeit (13 uhr Ortszeit) um mehr als sieben Prozent auf 15.121 Punkte ab.

Angst vor einem Brexit sorgte auch an den Märkten in Australien für Turbulenzen, wo der S&P/ASX 200-Index mit 5092 Punkten 3,6 Prozent schwächer notierte.

Die Börse in London notierte zu Handelsbeginn mit einem Abschlag von 7,6 Prozent. Dabei gerieten vor allem die Großbanken unter die Räder. Es wird befürchtet, dass der Finanzstandort London erheblich an Bedeutung verlieren wird.

Ölpreise brechen ein

Die Ölpreise haben am Freitag im frühen Handel deutlich verloren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete am Morgen 47,92 US-Dollar. Das waren gut 5,87 Prozent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im August fiel zuletzt 6,03 Prozent auf 47,09 US-Dollar. Ein Austritt der Briten könne zu weltweiten Konjunktursorgen führen, was sehr schlecht für den Ölmarkt ist, sagte ein Analyst in Melbourne.

Anleger flüchten in US-Dollar und Yen

Bei den Währungen flüchteten die Anleger in den japanischen Yen und den Dollar. Der Dollar-Index, der den Kurs der US-Währung gegenüber einem Korb der wichtigste anderen Weltwährungen misst, notierte 2,7 Prozent höher, eine für diesen Index sehr große Tagesbewegung. Der Yen gewann gegenüber dem ohnehin starken Dollar noch 3,4 Prozent dazu.

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erstellt am 24.Jun.2016 | 09:22 Uhr

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