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Kreuzfahrtschiffe : Papenburg: Neue Aida-Generation auf der Meyer Werft vorgestellt

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Die Reederei Aida Cruises stellte ihre neue Kreuzfahrtschiff-Generation vor. Am Vormittag erfolgte der Brennstart.

Papenburg | Mit dem ersten Stahlschnitt begann offiziell der Bau des ersten von zwei Ozeanriesen für den deutschen Kreuzfahrt-Marktführer. Bei den Milliardenaufträgen für die Meyer Werft handelt es sich um zwei Schiffstypen, die es so noch nicht gegeben hat. Nach Angaben der Reederei, die zum globalen Branchenführer Carnival Corporation (USA) gehört, soll die neue Schiffsgeneration zu 100 Prozent mit Flüssigerdgas betrieben werden. Dadurch sollen die Emissionen von Rußpartikeln und Schwefeloxiden vollständig vermieden werden.

Kreuzfahrten werden immer beliebter - den Boom bekommen unter anderem die Häfen in Kiel und Hamburg zu spüren. Für Kiel war 2016 ein Rekordjahr.

„Wir wissen, dass das Projekt eine Herausforderung ist“, erklärte Werftchef Bernard Meyer. „Wir wollen der Branche mit diesen Schiffen etwas Tolles, Neues zeigen.“ Meyer zeigte sich Aida Cruises gegenüber dankbar dafür, dass sich die Reederei für Flüssigerdgans (LNG) als Treibstoff entschieden habe. Der Widerstand der Reeder insgesamt gegenüber diesem Treibstoff sei sehr groß, sagte der Werftchef. Gleichzeitig appellierte Meyer an die Häfen, eine einheitliche Versorgungsregelung für LNG zu finden.

Die beiden neuen Schiffe werden mit jeweils 2500 Kabinen die größten je in Deutschland gebauten Kreuzfahrtschiffe sein, und sollen ab 2019 beziehungsweise 2020 die Aida-Flotte auf dann 14 Schiffe verstärken. Bereits sieben davon waren ebenfalls in Papenburg gebaut worden, bevor die Rostocker vor sechs Jahren zwei Aufträge nach Japan (Mitsubishi Heavy Industries) vergaben. Dort allerdings lief es nicht reibungslos, die Auslieferung verzögerte sich um ein Jahr. Im Sommer 2015 entschloss sich Aida zur Rückkehr nach Papenburg.

Im Besucherzentrum der Werft wird derweil eine Aida-Themenwelt eröffnet. Im Rahmen von Themenführungen können Gäste dort alles zu den Schiffen mit dem markanten Kussmund am Bug erfahren und selbst Stahlplatten beschriften und gestalten, die hinterher im Schiff verbaut werden.

Obwohl die Meyer Werft mit der US-Reederei Norwegian Cruise Line in der vergangenen Woche einen treuen Stammkunden (seit 2001) mit einem Milliardenauftrag in Form einer Bestellung von vier Luxuslinern nach Italien verloren hat, sind die Auftragsbücher der Papenburger Schiffbauer so voll wie nie in der über 200-jährigen Geschichte des Familienunternehmens. Bis 2023 werden allein in Papenburg elf Kreuzfahrtschiffe gebaut. Im Verbund mit Meyer Turku und der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde entstehen sogar mehr als 20 Ozeanriesen.

Einzelkabinen und Gasantrieb - Das bieten die neuen Aida-Schiffe:

Größe

Von „rund 2500 Kabinen“ spricht Aida Cruises. Damit erreichen die neuen Schiffe fast die Kabinenzahl auf dem derzeit größten Kreuzfahrtschiff der Welt, der „Harmony of the Seas“ (2747). Allerdings sind die Aida-Schiffe insgesamt kleiner.

Design

Erste Computeranimationen zeigen, dass die beiden Neubauten dem derzeit Flaggschiff „Aida Prima“ stark ähneln. Das gilt zum Beispiel für den Bugbereich mit dem relativ senkrechten Steven. Auch das umlaufende Lanaideck bleibt wohl erhalten. Nicht mehr zu sehen sind die beiden für die „Aida Prima“ charakteristischen Glasfahrstühle im hinteren Schiffsbereich. Der Kussmund am Schiffsrumpf darf dagegen natürlich nicht fehlen.

Kabinen

Aida Cruises kündigt für die beiden Neubauten ein neues Kabinenkonzept an. Dazu gehören nach Reedereiangaben zum Beispiel Penthouse-Suiten oder Einzelkabinen. Das gab es auf den bisherigen Schiffen noch nicht.

Restaurants

Hier gibt es bislang lediglich Zahlen: Auf dem aktuell jüngsten Flottenmitglied, der „Aida Prima“, gibt es zwölf Restaurants und drei Snackbars. Für die Neubauten aus Papenburg spricht Aida von 15 Restaurants. Deutlich steigt die Zahl der Bars: Auf den neuen Schiffen sind 23 geplant - neun mehr als auf der „Aida Prima“. Weitere Details zu den Restaurants und Bars sind jedoch noch nicht bekannt. Auf ersten Computeranimationen des Schiffs ist lediglich zu erkennen, dass es die „Lanai-Bar“ am Heck wieder geben dürfte.

Einrichtungen an Bord

Etliches Bekannte will Aida auf der neuen Schiffsgeneration fortführen. Dazu gehören zum Beispiel das Theatrium in der Mitte des Schiffs, der Beach Club und der Spaßbereich „Four Elements“. Es soll jedoch auch neue Einrichtungen an Bord geben.

Route

Der erste der beiden Neubauten wird ab Dezember 2018 zu siebentägigen Reisen auf den Kanaren aufbrechen.

Antrieb

Als Green Cruising (grüne Kreuzfahrt) bewirbt Aida Cruises die neuen Schiffe der „Helios-Klasse“. Als weltweit erste könnten sie zu 100 Prozent mit Flüssiggas (LNG) betrieben werden. Bei der „Aida Prima“ ist das derzeit nur in den Häfen möglich. Grundsätzliches Lob dafür kommt auch von Umweltschützern wie dem Nabu. „Wenn die neue Schiffsgeneration komplett mit LNG angetrieben wird, wäre das in Sachen Luftschadstoffe eine deutliche Verbesserung“, erklärte Dietmar Oeliger, Leiter Verkehrspolitik.

Ein mit LNG betriebenes Schiff stoße kaum Stickoxide, Partikel und Schwefeldioxid aus. Allerdings habe Aida Cruises in der Vergangenheit im Bereich Umweltschutz viel versprochen, aber wenig gehalten. Deshalb werde man die Umsetzung weiter kontrollieren.

 
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erstellt am 21.Feb.2017 | 14:21 Uhr

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