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Bilanz 2016 : Pannen-Transporter A400M lässt Gewinn von Airbus einbrechen

vom

Der Gewinn sackte im Vergleich zum Vorjahr deutlich ab. Die Problemlösung beim A400M hat 2017 oberste Priorität.

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2017 | 10:07 Uhr

Toulouse | Der Dauer-Ärger mit dem Militärtransporter A400M hat dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus das Jahresergebnis 2016 gründlich verhagelt. Nachdem Airbus wegen ernsthafter Probleme mit den Triebwerken des Flugzeugs schon im vergangenen Sommer eine Belastung von einer Milliarde Euro verbucht hatte, sattelte das Management zum Jahresende weitere 1,2 Milliarden Euro drauf. Der Gewinn des Konzerns sackte dadurch unter dem Strich im Vergleich zum Vorjahr um 63 Prozent auf 995 Millionen Euro zusammen, wie Airbus am Mittwoch mitteilte.

Der A400M gilt als das modernste militärische Transportflugzeug der Welt. Gleichzeitig ist er aber auch der größte Problemfall der Bundeswehr. Politische, finanzielle und technische Probleme verzögerten die Entwicklung jahrelang.

Gelöst sind die Probleme noch nicht, stattdessen muss Airbus mit dem Unmut der Käuferstaaten zurechtkommen. „Die Risikoreduktion in diesem Programm und die Stärkung der Programmdurchführung haben für uns bei diesem Flugzeug im Jahr 2017 höchste Priorität“, sagte Airbus-Konzernchef Tom Enders.

Zuletzt machte der A400M Schlagzeilen, als Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit dem Transportflugzeug nach Litauen flog, um dort das von der Bundeswehr geführte Nato-Bataillon zu besuchen. Bei dem ersten Flug der CDU-Politikerin mit der neuen Maschine gab es gleich Probleme. Der A400M blieb mit einem Triebwerkschaden im litauischen Kaunas liegen. Zurück flog von der Leyen mit einer 50 Jahre alten Transall. Eigentlich soll der A400M das Vorgänger-Modell ersetzen. Die Ausmusterung der Transall-Maschinen wurde bereits auf 2022 verschoben. Die Kostensteigerungen belaufen sich auf 1,49 Milliarden Euro.

53 Maschinen hat die Bundesregierung bestellt, acht sind bislang ausgeliefert worden. Sie alle hatten nach nur kurzer Zeit Probleme mit den Triebwerken, werden momentan repariert oder gewartet. So entdeckte man bei einem erst im November 2014 ausgelieferten Modell nach nur 365 Flugstunden starke Abnutzung, bei einem im Dezember 2015 ausgelieferten Flugzeug sogar schon nach 189 Flugstunden. Einsätze in Krisengebieten sind kaum möglich, da alle deutschen A400M bereits nach jeweils 20 Flugstunden zur Kontrolle in die Werkstatt müssen.

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