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DHL-Erpresser : Paketbombe in Potsdam: Dutzende Hinweise, Polizei mahnt zur Achtsamkeit

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Täter wird als gefährlich eingestuft, umso dringlicher ist der Fall für die Polizei. Der Bevölkerung soll achtsam sein.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2017 | 11:45 Uhr

Potsdam | Bei der Fahndung nach dem DHL-Erpresser hat die Potsdamer Polizei bereits zwei Dutzend Hinweise erhalten. Eine heiße Spur sei aber noch nicht darunter, teilte ein Polizeisprecher am Montag mit.

Die Sonderkommission „Luise“ wurde auf inzwischen etwa 50 Mitarbeiter aufgestockt. Zudem arbeitet die Polizei eng mit der DHL zusammen. Am Sonntag hatte die Polizei Hinweise auf die Person erbeten, die am Donnerstagmorgen die am Tag darauf in eine Potsdamer Apotheke gelieferte Paketbombe in eine Potsdamer Packstation legte. Die Polizei geht davon aus, dass die bereits Anfang November verschickte erste Paketbombe des oder der Täter in Berlin aufgegeben wurde. Sie war an einen Online-Versandhändler in Frankfurt (Oder) geschickt worden. Dort geriet sie beim Öffnen in Brand.

Am Freitag war ein verdächtiges Paket bei einem Apotheker am Potsdamer Weihnachtsmarkt abgegeben worden. Es befanden sich Hunderte Nägel und ein sogenannter Polenböller darin. Mit der gefährlichen Fracht sollte nach Einschätzung der Ermittler mitten im wichtigen Weihnachtsgeschäft der Paketdienst DHL erpresst werden. Der oder die Täter verlangten eine Millionensumme. Seit den ersten Erkenntnissen zu der Erpressung stehen die Brandenburger Ermittler nach Angaben von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) mit DHL „in engstem Kontakt“. In den „nächsten Stunden und Tagen“ werde es eine sehr enge Zusammenarbeit geben, erklärte Schröter.

Die Sicherheitsbehörden halten weitere Sendungen für möglich oder sogar wahrscheinlich und raten der Bevölkerung, vorsichtig zu sein: Verdächtige Pakete sollten nicht geöffnet werden. „Wenn Leuten etwas seltsam vorkommt, sollte unbedingt die Polizei gerufen werden“, sagte ein Polizeisprecher der dpa. Dies gelte etwa, wenn der Absender nicht eindeutig zugeordnet werden könne oder ganz und gar fehle. Der Potsdamer Sendung habe eine Nachricht beigelegen, teilte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke am Sonntag mit. Diese sei als sogenannter QR-Code im Internet verschlüsselt, aber eindeutig rekonstruiert worden.

Laut Mörke hatte ein Apotheker beim Aufmachen des Paketes ein Zischen gehört. Zuerst hatte es dagegen geheißen, das Paket habe vermutlich über keinen Zünder verfügt. Inzwischen sei der Sprengsatz aber noch mal analysiert worden, sagte Mörke. Die Sicherheitsbehörden halten weitere Sendungen für möglich oder sogar wahrscheinlich, wie Mörke weiter erklärte.

Warnung vor auffälligen Paketen

Betroffen seien bislang vor allem kleine Unternehmen. Auch die Sendung an Privatpersonen sei aber nicht auszuschließen, hieß es. „Wer ein auffälliges Paket zugestellt bekommt, nicht öffnen, denn das könnte die Auslösung bewirken“, warnte Innenminister Schröter. Hinweise seien zum Beispiel unbekannte Absender, Rechtschreibfehler oder auch aus dem Paket ragende Drähte, erklärte die Polizei, die auch eine Telefonhotline schaltete.

Ermittelt werde wegen versuchter Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und versuchter schwerer räuberischer Erpressung, sagte der Leitende Potsdamer Oberstaatsanwalt Heinrich Junker. Anfang November war laut Polizei ein ähnliches Paket an einen Online-Händler in Frankfurt (Oder) gesendet worden. Dieses sei beim Öffnen in Brand geraten.

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