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Wirtschaft

17. Dezember 2017 | 15:33 Uhr

Otto setzt auf neue Tochter

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2014 | 14:10 Uhr

Der Online-Markt für Mode und Schuhe ist hart umkämpft. Marktführer Otto hat mit dem Start-up Collins ein neues Bataillon ins Feld geführt, im Kampf auch gegen Amazon und Zalando. Vier Monate nach ihrem Start haben die Otto-Manager ein erstes positives Zwischenfazit gezogen. Collins habe alle wesentlichen Planzahlen übertroffen und werde im ersten Geschäftsjahr einen zweistelligen Millionenumsatz erreichen, teilte Geschäftsführer Benjamin Otto gestern in Hamburg mit. Sein Co-Geschäftsführer Tarek Müller geht noch einen Schritt weiter. „Unsere kühnsten Erwartungen sind übertroffen worden“, sagte er. Dabei beziehen sich die Collins-Chefs vor allem auf die ersten Erfahrungen mit der Hauptmarke „About You“. Das ist ein Online-Modeunternehmen, das sich an junge Frauen richtet.

Mit speziellen Apps, die auf der Seite eingebunden sind, erreichen die Macher eine hochgradig individualisierte und personalisierte Ansprache der Zielgruppen. Auf den Apps werden 41 Prozent mehr Gucker zu Käufern, die Warenkörbe sind 16 Prozent höher und die Verweildauer ist mehr als doppelt so lang. „Das sind Zahlen, von denen andere träumen“, sagte Müller. Mit einer TV-Kampagne für „About You“, die zunächst auf Youtube getestet und ab Oktober im TV gezeigt wird, will Collins seine Bekanntheit erhöhen. Junge Menschen machen klar: „Jedes Teil Dein Style“.

Otto hat einen dreistelligen Millionenbetrag in Collins investiert; der Vorstand verfolgt die Entwicklung sehr genau. Die Hamburger haben als Marktführer in dem hart umkämpften Markt am meisten zu verlieren. 2013 kauften die Verbraucher in Deutschland für zehn Milliarden Euro Mode, Kleidung und Schuhe im Internet. Das war ungefähr ein gutes Viertel des Gesamtmarktes. Otto behauptet mit seinen diversen Marken einen Marktanteil von 19 Prozent und erreichte mehr als doppelt so viel Umsatz wie Zalando und Amazon. Das geht aus Daten der Analysefirma Euromonitor hervor. Dahinter folgen Unternehmen wie ebay, H&M und C&A mit niedrigen einstelligen Marktanteilen. Die meisten Studien gehen davon aus, dass sich der Online-Markt für Kleidung und Schuhe in den nächsten fünf bis sechs Jahren verdoppelt. Das wären zehn Milliarden Euro Umsatz, die noch nicht verteilt sind. Aber: „Der Verdrängungswettbewerb im Online-Handel ist im vollen Gange“, sagt der Geschäftsführer des Kölner Instituts für Handelsforschung, Kai Hudetz. „90 Prozent der reinen Onlinehändler werden wieder vom Markt verschwinden.“

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