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Opec lässt die Ölquellen weiter sprudeln

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fördermenge wird nicht gekürzt / Preise für Rohölprodukte sinken weiter

Wirtschaft und Verbraucher können sich auf weiter sinkende Ölpreise einstellen: Trotz des jüngsten Absturzes der Ölpreise will die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ihr bisheriges Förderziel von 30 Millionen Barrel am Tag nicht kürzen. Darauf verständigten sich die Energieminister der zwölf Mitgliedstaaten gestern in Wien. „Wir wollen abwarten, wie sich der Markt entwickelt“, erklärte Opec-Generalsekretär Abdalla El-Badri. Der Ölpreis sank nach dem Bekanntwerden des Beschlusses auf ein neues Vier-Jahres-Tief. Die Opec liefert derzeit etwa ein Drittel des weltweiten Erdöls. Die Organisation besitzt rund drei Viertel der Reserven.

Das derzeitige Förderziel besteht seit Dezember 2011, es wird aber seit längerem deutlich überschritten. Die konjunkturbedingt schwache Ölnachfrage und der derzeitige Schieferölboom in den USA hatten zuletzt ein Überangebot auf dem Ölmarkt und damit sinkende Preise ausgelöst. Zugleich lahmt die Weltkonjunktur.

Durch den Preisverfall geraten auch etliche Staatshaushalte ins Wanken. Venezuela, Iran und Russland etwa haben ihre Etats in der Annahme teils deutlich höherer Ölpreise erstellt. So gehen Russland durch den Ölpreis-Verfall nach eigenen Angaben bis zu 100 Milliarden Dollar jährlich verloren. Seit Juni sind die Preise für Rohöl deshalb um 30 Prozent gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt unter 76 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit September 2010. „Wir haben keinen Zielpreis“, erklärte El-Badri.

In Deutschland fiel indes der Preis für Heizöl erstmals seit mehr als vier Jahren unter die Marke von 70 Euro für 100 Liter gefallen. Gestern ermittelte das Internet-Portal des Messtechnik-Herstellers Tecson einen bundesweiten Durchschnittspreis von 69,20 Euro und damit den tiefsten Stand seit November 2010.


Sprit- und Heizölpreise in Deutschland auf Talfahrt


Bei anderen Heizöl-Portalen wie easyoil wurde diese Marke bereits zuvor unterschritten, oder der Preis liegt wie bei Comoil noch knapp darüber. Die Tendenz ist aber überall gleich und lautet „stark fallend“; alle Händlerportale für Heizöl geben den Kunden Kaufempfehlungen. Am Vortag hatte der ADAC erklärt, dass die Spritpreise erneut auf Talfahrt sind. Für einen Liter Super E10 zahlten die Autofahrer demnach im bundesweiten Schnitt 1,41 Euro, 1,3 Cent weniger als in der Vorwoche. Auch der Dieselpreis habe deutlich nachgegeben – knapp 2 Cent auf durchschnittlich 1,28 Euro. Damit habe sich Diesel seit vergangener Woche dauerhaft unter der Marke von 1,30 Euro eingependelt.

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erstellt am 27.Nov.2014 | 12:54 Uhr

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