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Fusion für 47 Milliarden Pfund : Öl- und Gaskonzern Shell will BG Group übernehmen

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Durch die Übernahme der BG Group durch Shell würde der größte mit dem drittgrößten Gaskonzern in Großbritannien fusionieren.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2015 | 14:00 Uhr

London | Der britisch-niederländische Öl- und Gaskonzern Shell will den britischen Gasförderer BG Group übernehmen. 47 Milliarden Pfund in bar und in Aktien will Shell auf den Tisch legen, wie beide Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Shell kündigte außerdem ein Aktienrückkaufprogramm über mindestens 25 Milliarden US-Dollar zwischen 2017 und 2020 an. Damit wäre der Mega-Deal eine der größten Übernahmen in diesem Jahr.

Die Royal Dutch Shell ist eines der weltweit größten Mineralöl- und Erdgas-Unternehmen. Shell war im Juli 2012 das nach Umsatz weltweit größte Unternehmen überhaupt. Weltweit beschäftigt Shell rund 92.000 Mitarbeiter in 140 Ländern. Die BG Group ist ein britisches Energieunternehmen und wurde 1997 gegründet. Es ist außerhalb Großbritanniens unter dem Namen „British Gas“ bekannt. Das Unternehmen hat sich auf die Suche nach Erdgas spezialisiert. Es besitzt einige Erdgaspipelines und hält Anteile an einigen Kraftwerken. BG beschäftigt weltweit rund 5700 Arbeitnehmer.

Zuvor hatten das „Wall Street Journal“ und die Nachrichtenagentur Bloomberg über die mögliche Übernahme berichtet. Das Objekt der Begierde hatte zuletzt einen Marktwert von 31 Milliarden Britischen Pfund.

„Wir gehen davon aus, dass das Geschäft Anfang 2016 perfekt gemacht werden kann“, sagte Andrew Gould, Chairman der BG Group mit Sitz im britischen Reading, westlich von London. Shell will sich gemeinsam mit dem Partner künftig vor allem auf die Stärken bei Tiefseebohrungen und beim Flüssiggas LNG konzentrieren. „Wir werden das Unternehmen auf eine kleinere Zahl von Operationen, dafür aber größeren Ausmaßes fokussieren“, sagte der Shell-Vorstandsvorsitzende Ben van Beurden bei einer Präsentation.

Für Shell wäre es der größte Zukauf seit der 41,7 Milliarden Pfund schweren Fusion des niederländischen und des britischen Zweiges. Mit der Übernahme würden der größte und der drittgrößte Gasproduzent Großbritanniens zusammengehen.

BG hatte im vierten Quartal fünf Milliarden US-Dollar abschreiben müssen, so viel wie noch nie. Das lag vor allem daran, dass Vermögensgegenstände in Australien wegen des Verfalls der Rohstoffpreise deutlich an Wert verloren hatten. Bei BG hatte vor zwei Monaten Helge Lund den Chefsessel erklommen. Er war zuvor in gleicher Position beim norwegischen Ölkonzern Statoil tätig.

Shell steht wegen des Verfalls des Ölpreises massiv unter Druck. Das Unternehmen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die Investitionen weltweit deutlich zurückgeschraubt. In den nächsten drei Jahren will der Konzern auf ursprünglich geplante Investitionen in Höhe von 15 Milliarden Dollar verzichten. Allein im vergangenen Jahr seien Firmenwerte in gleicher Größenordnung verkauft worden.

Die Ankündigung der Megafusion trieb auf den Aktienmärkten fast die gesamte Branche an. BG-Aktien schnellten um 36 Prozent in die Höhe. Tullow Oil legten um elf Prozent, Shells britischer Konkurrent BP um drei Prozent zu. Die Aktien von Shell selbst fielen leicht.

Der Konzern Shell 2005 2007 2011 2014
Umsatz in Mrd US-Dollar 379,0 356,0 470,1 421,1
Gewinn in Mrd. US-Dollar 25,3 31,3 30,92 20,15
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