Bundesnetzagentur : Ob Telefon oder Internet - Hauptsache es ist mobil

Der Siegeszug der Smartphones setzt dem deutschen Festnetz arg zu. So wurden im vergangenen Jahr erstmals mehr Multimediatelefone als normale Handys verkauft. Foto: dpa
Der Siegeszug der Smartphones setzt dem deutschen Festnetz arg zu. So wurden im vergangenen Jahr erstmals mehr Multimediatelefone als normale Handys verkauft. Foto: dpa

Handys ersetzen zunehmend das Festnetz. Weil die Zahl der Smartphones und Tablet-PCs weiter steigt, sind mehr Frequenzen erforderlich, um die Daten zu transportieren.

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08. Mai 2012, 10:53 Uhr

Bonn | Mobiles Telefonieren ist unaufhaltsam auf dem Vormarsch: Immer mehr Menschen greifen zum Handy und viele Nutzer haben sogar mehr als ein Gerät. Vor allem Smartphones und Tablet-PCs werden laut Jahresbericht der Bundesagentur häufiger verwendet. Auch ein zunehmender Teil der Internetnutzung läuft inzwischen mobil. Das Festnetz werde in Deutschland allmählich durch den Mobilfunk ersetzt, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, am Freitag in Bonn.
Ungebrochen ist auch das Wachstum bei SMS. Im Jahr 2011 wurden nach Angaben der Bundesnetzagentur in Deutschland rund 55 Milliarden SMS versandt - nicht zuletzt wegen intensiver Nutzung von günstigen Pauschaltarifen wie Flatrates. Das entspricht einem Anstieg von mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Jeder Deutsche besitzt im Schnitt 1,4 Handys
Die Zahl der Mobilfunkteilnehmer ist laut Jahresbericht auch 2011 weiter angestiegen und lag Ende des Jahres bei mehr als 114 Millionen. Das bedeutet, dass jeder in Deutschland durchschnittlich 1,4 Handys besitzt. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Mobilfunknutzung damit etwa verdoppelt.
Nach Branchenangaben besitzen inzwischen mehr als 83 Prozent der Bevölkerung ein Mobiltelefon, nur noch etwa 16 Prozent haben ausschließlich einen Festnetzanschluss. Im Jahr 2011 wurden erstmals mehr Smartphones als sonstige Mobiltelefone verkauft.
Daten- und Sprachfunk auf gleichen Frequenzen?
Ein zunehmender Teil der Internetnutzung läuft mittlerweile über Mobilfunk. Im Jahr 2011 wurde das Internet laut einer Online-Studie von ARD und ZDF von 10,3 Millionen Usern im Alter zwischen 14 und 69 Jahren über Mobilfunk genutzt, davon 8,3 Millionen über Handy, Smartphone und Organizer sowie eine Million mittels Tablet PCs wie dem iPad.
Die Netzagentur will wegen der steigenden Mobilnutzung in Deutschland neue Frequenzen für das mobile Internet freischaufeln. Das Funkspektrum im Bereich von 900 MHz und 1800 MHz, über das derzeit Handy-Telefonate laufen, solle ab dem 1. Januar 2017 für funkgestützte schnelle Internetanschlüsse zur Verfügung stehen, teilte die Bonner Behörde weiter mit. Vorstellbar sei etwa, dass Daten- und Sprachfunk ab dann parallel auf den Frequenzen stattfinden. Um den künftigen Bedarf an Funkspektrum besser abschätzen zu können, seien als nächstes die Telekommunikationsunternehmen an der Reihe: Sie sollen erklären, wie viel Bandbreite sie künftig bräuchten.

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