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Ob Caymans oder Jersey: HSH Nordbank mischt mit

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Sprecher dementiert "steueroptimierte" Geldanlagen / FDP fordert Ende der Auslandsgeschäfte

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kiel | Die HSH Nordbank ist weiter an dubiosen Finanzplätzen aktiv. Dies ergibt sich aus dem Geschäftsbericht für das vergangene Jahr. Demnach sind knapp ein Dutzend Tochterunternehmen der gemeinsamen Landesbank für Schleswig-Holstein und Hamburg in sogenannten Steueroasen registriert.

Die Liste umfasst unter anderem Töchter auf den karibischen Cayman Inseln, auf den Kanal-Inseln Guernsey und Jersey, auf den Bermuda-Inseln im Atlantik, oder auf den Marshallinseln im Pazifik. Sie tragen Bezeichnungen wie "Galileo Containers Limited", "HSH N Structures Situations Limited" oder "Anthracite Balanced Company Ltd."

Welche Aktivitäten die Zweckgesellschaften im Detail verfolgen, ergibt sich nicht aus dem Geschäftsbericht. Ein Sprecher der HSH Nordbank sagte auf Nachfrage, internationale Investoren legten Wert auf Anlagemöglichkeiten im Offshore-Bereich, weil dort internationales Recht gelte. Die Regionen würden als "rechtssichere Räume" eingeschätzt. Die in Rede stehenden Objektgesellschaften seien seit den 90er Jahren gegründet worden, um etwa Sicherungsstrukturen im Kreditgeschäft mit Geschäftskunden zu ermöglichen, erklärte die Bank. Refinanzierungsgesellschaften seien aus der Taufe gehoben worden, um das internationale Funding der Bank und auch von mittelständischen Unternehmen zu stärken. Zudem seien Anteile an Privaten Equity Fonds gezeichnet worden.

Der Sprecher wies zugleich Vermutungen zurück, die HSH vermittle über ihre Gesellschaften aktiv oder passiv steueroptimierte Geldanlagen. In den Offshore-Gesellschaften würden zudem keine Privatkunden betreut. Die Bank habe "keinerlei Interesse daran, Steuern zu hinterziehen". Die Offshore-Engagements seien "transparent und den deutschen Behörden im Rahmen der jährlichen Steuererklärungen und steuerlichen Außenprüfung bekannt".

Die FDP-Landtagsfraktion will die Engagements der HSH Nordbank gleichwohl zum politischen Thema machen. Fraktionschef Wolfgang Kubicki pochte gestern in Kiel darauf, bestehende Geschäfte der HSH-Auslandstöchter abzuwickeln und Geschäftsbeziehungen zu Ende zu bringen. Landesregierung und Hamburger Senat sollten dafür Sorge tragen, dass Geschäfte in Steueroasen künftig unterbunden werden. Einen entsprechenden Antrag will die FDP noch im Mai in den Landtag einbringen.

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