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Elektro : Nordeon übernimmt angeschlagenen Leuchtenhersteller Hess

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Der Leuchtenhersteller Nordeon übernimmt den angeschlagenen Leuchtenhersteller Hess. Die Stellen der verbliebenen 180 Hess-Mitarbeiter sollen erhalten bleiben, teilte das Unternehmen in Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) mit.

Die beiden Firmen konkurrierten nicht, sondern ergänzten sich hervorragend, sagte Nordeon-Chef Pierre van Lamsweerde. Hess ist auf Außenbeleuchtung wie zum Beispiel Straßenlaternen spezialisiert, Nordeon ist aus der früheren Industrielampen-Produktion von Philips in Springe bei Hannover hervorgegangen.

Nordeon übernehme im Oktober alle für den Geschäftsbetrieb notwendigen Vermögenswerte der Hess AG in Villingen-Schwenningen, sowie die in Stockholm ansässige Vertriebsgesellschaft und den US-Produktionsstandort in Gaffney. Diese sollen auf eine neue GmbH übergehen, erklärte ein Sprecher. Die Insolvenz der Hess AG werde weiter abgewickelt. Zum Preis wurden zunächst keine Angaben gemacht. Die «Stuttgarter Nachrichten» hatten zuvor berichtet, dass ein europäischer Investor gefunden sei.

Eigentümer der Nordeon-Gruppe ist die in den Niederlanden ansässige Investmentgesellschaft Varova. Die Nordeon-Gruppe hat eigenen Angaben zufolge nach der Übernahme gut 600 Mitarbeiter und vier Produktionsstandorte in Deutschland, Frankreich, und den USA.

Bereits im März hatte Nordeon die Hess-Tochter Vulkan in Hannover gekauft. Die Tochter Hess Lichttechnik GmbH im sächsischen Löbau mit 80 Mitarbeitern wird Ende August geschlossen. Am Standort Villingen waren im Zuge des Insolvenzverfahrens 50 Stellen abgebaut werden, so der Sprecher.

Hess hatte im Januar Insolvenz angemeldet. Zuvor waren die beiden Vorstände Christoph Hess und Peter Ziegler entlassen worden. Ihnen wird vorgeworfen, vor dem Börsengang des Unternehmens im vergangenen Oktober Bilanzen gefälscht zu haben. Staatsanwälte ermitteln gegen sie sowie gegen weitere Verdächtige. Hess und Ziegler haben die Vorwürfe mehrfach bestritten.

Insolvenzverwalter Volker Grub lässt nun alle Bilanzen ab dem Jahre 2007 korrigieren. Zuvor war im Zusammenhang mit der Hess-Insolvenz lediglich von falschen Bilanzen für die Jahre 2011 und 2012 und zusätzlichen Verlusten die Rede gewesen. Wie hoch die Verluste nun tatsächlich ausfallen werden, könne vermutlich erst im September beziffert werden, so der Firmensprecher.

Pressemitteilung

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erstellt am 23.Aug.2013 | 13:53 Uhr

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