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Frühjahrsumfrage : Nord-Wirtschaft optimistisch

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Frühjahrsumfrage: Fast jeder zweite Firmenchef erwartet bessere Geschäfte als im Vorjahr. Heftige Kritik gibt es an der Verkehrsinfrastruktur.

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2014 | 13:58 Uhr

Kiel | Die norddeutsche Wirtschaft startet gut gestimmt ins neue Jahr. Aus der Politik kämen zwar „alles andere als Signale für Wirtschaft und Beschäftigung“ sagte der Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UVNord), Uli Wachholtz. Dennoch gehe jedes zweite Unternehmen davon aus, dass das Wirtschaftsjahr 2014 besser verlaufen werde als das Vorjahr.

Wachholtz legte die Konjunkturumfrage seiner Organisation unter 213 Unternehmen mit zusammen 80 000 Beschäftigten vor. 40 Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen ihre gegenwärtige wirtschaftliche Situation im Vergleich zum Vorjahr als besser, 51 Prozent als unverändert. Nur neun Prozent sehen ihre aktuelle Lage als schlechter im Vergleich zum Vorjahr. Als Gründe werden der milde Winter, die nach wie vor stabile Konsumlaune, eine gestiegene Nachfrage aus dem Ausland und der milde Winter genannt.

Im Vergleich zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg sei festzustellen, dass Unternehmen in der Metropole ihre Situation durchweg etwas positiver einschätzten. Die Investitionsbereitschaft sei in beiden Ländern etwa gleichstark ausgeprägt. Jedes vierte Unternehmen wolle seine Investitionen erhöhen, 56 Prozent ihre Investitionen stabil halten. Dies sei zwar angesichts der Rahmenbedingungen nicht schlecht, im OECD-Vergleich aber „noch lange nicht genug“, sagte Wachholtz. Hier liege auch die norddeutsche Wirtschaft auf einem der unteren Ränge. „Das reicht nicht, um unseren Wohlstand zu erhalten.“

Vier von zehn Unternehmen verzeichneten in den ersten drei Monaten dieses Jahres ein Auftragsplus gegenüber dem Vorjahresquartal 2013. Für das zweite Quartal erwarteten immer noch 39 Prozent der Unternehmen einen steigenden, weitere 55 Prozent mit einem stabilen Auftragseingang. Die Personalplanung bis Ende Juni 2014 sei mit einem Positivsaldo von 512 zusätzlichen sozialversicherungspflichtigen Stellen „erfreulich stabil“, sagte Wachholtz.

Sorge bereiten dem UVNord die möglichen Folgen der Politik im Bund. Themen wie Mütterrente, die abschlagsfreie Rente mit 63 und Mindestlohn drückten auf die Stimmung. Dieselbe Wirkung hätten Landesgesetze über Mindestlohn, Tariftreue, Korruptionsregister sowie der marode Zustand der Infrastruktur in Schleswig-Holstein. Seit Jahren sinken die Investitionen in diesem Bereich, „wir fahren auf Verschleiß“. Ein „massives Problem“ für nordeuropäische Unternehmen sei die Elbquerung. Hinzu komme die baufällige Rader Hochbrücke. Erste Unternehmen zögen bereits Konsequenzen und investierten nur noch außerhalb Schleswig-Holsteins. „Wenn es überhaupt noch Ansiedlungen gibt, dann im Hamburger Speckgürtel“, sagte UVNord-Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich.

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