Nichts Schlimmes

shz.de von
05. Januar 2015, 16:24 Uhr

Jetzt starren die Märkte auf morgen: Da kommt die erste Inflationsangabe des Jahres für den Euroraum. Und nachdem in Deutschland die Geldentwertung im Dezember auf 0,2 Prozent und in Spanien auf minus 1,1 Prozent gefallen ist, wird nun für Euroland mit einer Preisrückgang um 0,1 Prozent für den Dezember vergangenen Jahres gerechnet.

Schlimm? Nein, eher ein Grund zur Freude. Denn in ganz Euroland lässt das, was wir an den Tankstellen sparen, finanziellen Spielraum für andere Wünsche: Reisen, Wohnen, Altersvorsorge, gerne mit investiven Instrumenten wie der Aktie, für all das ist nun mehr Geld da. Und in den südeuropäischen Reformländern sinken die Preise, weil Blasen etwa auf dem spanischen Immobilienmarkt sich auflösen: eine gute Nachricht.

Deshalb übertreibt es die Europäische Zentralbank mit ihren Deflationsängsten. Die große geldpolitische Keule kann sie stecken lassen. Denn auch die gefühlte Geldentwertung hat nichts mit Deflation zu tun, weil zum Beispiel Mieten und Versicherungsprämien zum Teil deutlich anziehen.

Gelassenheit ist also angesagt, zumal in den 80er Jahren der Ölpreis die Inflationsraten schon mal ins Negative gedrückt hatte, aber niemand von Deflation schwadronierte. Die Zuversicht zum Jahresauftakt sollten wir uns von der mickrigen Inflationsrate nicht nehmen lassen.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen