Bau soll 2014 beginnen : Nicaragua baut einen Mega-Kanal

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Das bitterarme Nicaragua will zum Drehkreuz des Welthandels werden. Der Staat erhofft sich von dem rund 300 Kilometer langen Kanal einen wirtschaftlichen Aufschwung.

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18. Juni 2013, 10:02 Uhr

Managua | Eine Wasserstraße zwischen Atlantik und Pazifik soll dem Panamakanal Konkurrenz machen und Millionen an Gebührengeldern in die Staatskasse des mittelamerikanischen Landes spülen. Die Regierung in Managua hat dem Hongkonger Konsortium HKND Group den Zuschlag für den Bau gegeben, das Parlament die Zustimmung erteilt. Präsident Daniel Ortega hat die nötigen Gesetze im Eiltempo durchgepeitscht.
Nicaragua erhofft sich von dem rund 300 Kilometer langen Kanal einen wirtschaftlichen Aufschwung. Der Bau soll 2014 beginnen. Neben der Wasserstraße sind eine Eisenbahnlinie, eine Ölpipeline, zwei Häfen und ein Flughafen geplant. Für den Bau werden 40 Milliarden US-Dollar (30,3 Milliarden Euro) veranschlagt. Die Kosten sollen der nicaraguanische Staat und private Investoren tragen. HKND Group soll 49 Prozent der Aktien halten, Nicaragua 51 Prozent.
Kritiker werfen der Regierung allerdings vor, überstürzt zu handeln. So sei versäumt worden, mit den indigenen Gemeinschaften an der Karibikküste über das Projekt in deren Gebiet zu verhandeln. Die Opposition kritisiert, dass ein ausländischer Konzern den Kanal 100 Jahre betreiben soll. Zumal man nicht wisse, wer wirklich hinter HKND stecke, hieß es. Umweltschützern bereitet Sorge, dass alle derzeit diskutierten Alternativrouten durch den Nicaraguasee und damit durch das wichtigste Süßwasserreservoir der Region führen.

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