Technikmesse in Las Vegas : Neues von der CES 2015

Unter anderem im Mittelpunkt auf der Technikmesse CES in Las Vegas: Ultraflache Fernseher und selbstfahrende Autos.

shz.de von
06. Januar 2015, 18:41 Uhr

Fernseher:

Die auf der Consumer Electronics Show (CES) vorgestellten TV-Neuheiten setzen auf hohe Auflösung und flaches Design. Aktuell flachstes Modell ist mit 4,9 Millimetern an der dünnsten Stelle der Bravia X90C von Sony.

Sonys 4K-Fernseher Bravia X90C: Nach Herstellerangaben ist es der derzeit dünnste Fernseher mit hoher Auflösung.
Sony
Sonys 4K-Fernseher Bravia X90C: Nach Herstellerangaben ist es der derzeit dünnste Fernseher mit hoher Auflösung.
 

Auch Samsung, Panasonic, LG und Haier präsentieren zahlreiche neue Geräte mit 4K- oder UHD-Auflösung (mindestens 3840 zu 2160 Bildpunkte). Neben klassischen LCDs setzen die Hersteller auch auf eigene Displaytechnik. LG zeigt sieben Modelle zwischen 55 und 65 Zoll mit organischen LED-Anzeigen, Samsung präsentiert mit SUHD eine neue auf Nano-Kristallen basierende Technologie - beides soll für bessere Farbdarstellung sorgen.

Unterschiede gibt es bei den Software-Plattformen der Geräte. Während LG eine neue Version seines WebOS vorstellt, setzt Panasonic auf das quelloffene Firefox OS. Samsung hat angekündigt, dass alle 2015 auf dem Markt kommende Geräte mit der Eigenentwicklung Tizen betrieben werden sollen.

Autos:

Auch Autos sind in Las Vegas Thema: Daimler lässt keinen Zweifel daran, dass es der deutsche Autokonzern beim selbstfahrenden Auto ernst meint. Die Stuttgarter brachten zur CES einen von Grund auf neu entwickelten Prototypen mit, der auf autonomes Fahren ausgerichtet ist.

Das von Konzernchef Dieter Zetsche präsentierte Fahrzeug mit der Bezeichnung F015 hat eine futuristische, langgezogene Form und einen Innenraum mit drehbaren Vordersitzen.
dpa
Das von Konzernchef Dieter Zetsche präsentierte Fahrzeug mit der Bezeichnung F015 hat eine futuristische, langgezogene Form und einen Innenraum mit drehbaren Vordersitzen.
 

Der Kühlergrill des elektrisch angetriebenen F015 ist komplett mit blau leuchtenden LEDs bestückt. Das hat mehrere Funktionen. Zum einen kann man an der Anordnung der eingeschalteten Lichter erkennen, ob das Auto gerade autonom fährt oder von einem Menschen gesteuert wird. Zum anderen kann das Fahrzeug damit einem Fußgänger zeigen, dass es ihn sieht: Ein kleiner Schwarm leuchtender LEDs kann sich im Einklang mit dem Fußgänger hin und her über den Kühlergrill bewegen.

Mit einer ähnlichen Anordnung roter LED-Lichter am Heck kann auch dem Fahrzeug dahinter angezeigt werden, dass es vor der Motorhaube gerade Bewegung gibt. Daimler wolle für das autonome Fahren benötigte neue Kommunikationsmöglichkeiten etablieren, betonte Zetsche am späten Montag (Ortszeit). So könne der Wagen zum Beispiel mit Fußgängern reden, etwa um sie zum Überqueren der Straße aufzurufen.

Der Mercedes könnte ihm dann sogar einen Laser-Zebrastreifen auf die Straße projizieren. Der Konzern machte keine Angaben dazu, wann ein Fahrzeug auf Basis des F015-Prototyps auf den Markt kommen könnte.

Selbstfahrende Autos sind ein zentrales Thema der diesjährigen CES. Der Daimler-Konkurrent Audi ließ einen Wagen autonom rund 900 Kilometer aus dem Silicon Valley nach Las Vegas fahren.

Ein mit zahlreichen Sensoren ausgerüsteter Audi A7 auf einer Straße in Kalifornien.
Jim Fets/Audi AG/dpa
Ein mit zahlreichen Sensoren ausgerüsteter Audi A7 auf einer Straße in Kalifornien.
 

Volkswagen experimentiert mit einem Cockpit voller Touchscreens. Der deutsche Autokonzern präsentierte am Montag (Ortszeit) das Modell Golf R Touch, bei dem drei berührungsempfindliche Bildschirme im Armaturenbrett eingebaut sind. Sie ersetzen dort sämtliche Knöpfe und analoge Anzeigen. Das Herzstück ist ein Touchscreen zur Steuerung von Unterhaltungsanlage und Bordcomputer mit einer Bildschirmdiagonale von 12,8 Zoll (32,5 cm).

ces golf r touch
dpa
 

Darunter liegt ein kleinerer Bildschirm zur Steuerung von Funktionen wie der Klimaanlage. Er hat eine Diagonale von 8 Zoll (20,3 cm). Die klassischen Zeiger-Anzeigen ersetzt das dritte, 12,3 Zoll große Display. Touchscreens werden schon lange in Autos eingesetzt. Allerdings sind sie oft deutlich weniger benutzerfreundlich als die Bildschirme von Smartphones und Tablets. So hatte der Elektroauto-Hersteller Tesla mit einem 17 Zoll (gut 43 cm) großen gut funktionierenden Touchscreen in seinem Model S vor ein paar Jahren für Aufsehen gesorgt.

Auch Zulieferer stellten Technologien für das autonome Fahren vor. So demonstrierte der Grafikkarten-Spezialist Nvidia, der unter anderem mit Audi kooperiert, ein lernendes System, das Lebewesen und Objekte schnell und präzise erkennen und zum Beispiel sogar zwischen Automarken unterscheiden könne.

Mini-PC:

HP zeigte bei der CES einen neuen Mini-PC mit ungewöhnlicher Form. Der kleine Rechner trägt den Namen Pavilion Mini Desktop, ist kaum größer als eine Butterbrotdose und nach Angaben des Herstellers vor allem für die Heimunterhaltung gedacht.

Die Dose unter dem Monitor: Der Pavilion Mini Desktop ist nach Angaben von Hersteller HP vor allem für die Heimunterhaltung gedacht.
HP
Die Dose unter dem Monitor: Der Pavilion Mini Desktop ist nach Angaben von Hersteller HP vor allem für die Heimunterhaltung gedacht.
 

Dafür hat er unter anderem Anschlüsse für HDMI und Displayport und bis zu vier USB-Geräte sowie WLAN- und Bluetooth-Schnittstellen. Dank des i3-Prozessors von Intel, Windows 8.1 und einem Terabyte Speicherplatz lässt er sich auch als vollwertiger PC verwenden. Der Stromhunger bleibt dabei mit 45 Watt vergleichsweise gering. Der Pavilion Mini Desktop soll im Februar 2015 für 329 Euro in den Läden stehen.

Zeitgleich zeigt HP in Las Vegas auch den ähnlich gebauten Stream Mini Desktop. Der kleine Bruder des Pavilion hat etwas schwächere Hardware und nur 32 Gigabyte Speicherplatz an Bord, allerdings handelt es sich dabei um die schnelle SSD-Variante. Größere Daten soll der Nutzer in der Cloud speichern. In den USA ist der Online-Rechner dafür auch deutlich günstiger als der Pavilion - ob er auch nach Deutschland kommt, ist noch unklar.

Smartphones:

Der einstige Foto-Pionier Kodak steigt ins Handy-Geschäft ein. Auf der Elektronik-Messe stellte das Unternehmen sein erstes Android-Smartphone vor. Das IM5 genannte Gerät stellt das Fotografieren sowie das Teilen und Drucken der Aufnahmen in den Mittelpunkt. Damit ziele das von dem britischen Hersteller Bullitt Mobile produzierte Smartphone auf ein Marktsegment, „das bislang von Herstellern von Mobilfunkgeräten weitestgehend vernachlässigt wird“, betonte Kodak.

Das Gerät mit einer Display-Diagonalen von 12,7 Zentimetern (5 Zoll) ist mit einer 13-Megapixel-Hauptkamera ausgestattet. Auf Knopfdruck sollen sich Fotos mit Hilfe der integrierten Management-Software bearbeiten, in sozialen Medien teilen und über eine spezielle App sofort drucken lassen. Als Betriebssystem nutzt das IM5 Googles Betriebssystem Android Kit-Kat. Es soll sich auf das neue System Lollipop aufrüsten lassen. Das Gerät soll noch in diesem Quartal in Europa auf den Markt kommen.

Kodak hatte einst den ersten Fotoapparat für eine breite Nutzerschicht gebaut, den Anschluss an das digitale Zeitalter jedoch verpasst. Nach dem Insolvenzverfahren will der seit knapp einem Jahr amtierende Chef Jeff Clarke das Unternehmen wieder auf die Erfolgsschiene bringen.

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