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Neuer BSE-Fall in Brandenburg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Erste Erkrankung eines Rindes seit sieben Jahren / Experte: Krankheit kam „spontan“ / Kieler Ministerium: Keine Auswirkung auf den Norden

Erstmals seit 2007 ist in Brandenburg wieder ein Fall von BSE (bovine spongiforme Enzephalopathie) bei einem Rind nachgewiesen worden. Wie das Umweltministerium gestern in Potsdam mitteilte, hatte das betroffene Tier aus dem Landkreis Oder-Spree keine Anzeichen einer klinischen Erkrankung. Es wurde geschlachtet und Anfang Januar 2014 einem Schnelltest unterzogen. Da dieser positiv ausgefallen sei, wurden die Behörden eingeschaltet.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Ostseeinsel Riems bestätigte jetzt den Befund als atypische BSE. BSE („Rinderwahnsinn“) kann zu schwammartigen Veränderungen des Gehirns führen. „Diese (atypische) Form ist eine äußerst seltene Erkrankung, die im Gegensatz zur klassischen BSE nur bei älteren Tieren und spontan entsteht“, erklärte Landestierarzt Klaus Reimer gestern. Deshalb sei auch in Zukunft mit vereinzelten Fällen zu rechnen. Das geschlachtete Tier wurde fachgerecht entsorgt und der Schlachthof desinfiziert. Die Herde, aus der das betroffene Tier stammte, steht unter Quarantäne. Das Fleisch darf nicht verkauft werden. Da eine Infizierung von Tier zu Tier als unwahrscheinlich gilt, werde jetzt unter anderem das Futter kontrolliert.

Der neue Fall erfordert nach Angaben des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministeriums keine Konsequenzen im Norden. Bei dem Brandenburger Rind handle es sich um die atypische BSE, sagte eine Sprecherin in Kiel. Diese Form müsse von der klassischen BSE unterschieden werden: „Sie steht nicht im Zusammenhang mit der früher möglichen Verfütterung infektiöser tierischer Abfälle.“ Generell werden im Rahmen des Verbraucherschutzes bei der Schlachtung von Rindern Risikomaterialien wie Hirn und Rückenmark entfernt und fachgerecht vernichtet.

Erstmals war BSE bei einer in Deutschland geborenen Kuh am 24. November 2000 diagnostiziert worden – auf einem Hof in Hörsten in Schleswig-Holstein. Am 12. Januar 2001 folgte der erste Fall in Mecklenburg-Vorpommern, in Tarnow im Landkreis Güstrow. In Schleswig-Holstein trat die Krankheit seit 2005 nicht mehr auf.


2005: Letzter Fall in Schleswig-Holstein


In Brandenburg wurden in der Vergangenheit 17 klassische BSE-Fälle im Zeitraum von 2001 bis 2006 nachgewiesen. Deutschlandweit wurden nach Angaben des brandenburgischen Landestierarztes 2009 die letzten kranken Tiere gemeldet. Von 2001 bis 2009 wurden nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministerium mehr als 400 Fälle registriert. Die Tierseuche wurde erstmals 1986 in Großbritannien festgestellt.

Hauptursache für die Übertragung der klassischen BSE ist nach derzeitigen Erkenntnisstand die Verfütterung von kontaminiertem Tiermehl. In Deutschland könnte die Infektion nach Angaben des Ministeriums auch auf Milchaustauschfutter zurückzuführen sein. Dem FLI zufolge könnten auch in Zukunft einzelne atypische BSE-Fälle bei Rindern auftreten, die nicht im Zusammenhang mit der Verfütterung infektiöser tierischer Produkte stehen.

Vor gut zehn Jahren hatte eine steigende Zahl von BSE-Fällen in Europa Verbraucher verunsichert. Es wird vermutet, dass rund 200 Menschen durch den Verzehr von BSE-verseuchtem Fleisch an einer tödlichen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit erkrankten, jedoch nicht in Deutschland.

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erstellt am 11.Jan.2014 | 00:34 Uhr

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