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Durchbruch im Kita-Streit : Neue Kita-Streiks wohl vom Tisch

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Im Tarifstreit um die Kitas haben die Gewerkschaften und die kommunalen Arbeitgeber einen Durchbruch erzielt. Stimmt die Gewerkschaftsbasis zu, sind neue Kita-Streiks damit abgewendet.

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2015 | 13:54 Uhr

Hannover | Eltern in Deutschland werden aller Voraussicht nach von neuen Kita-Streiks verschont. Nach sieben Monaten erzielten die Gewerkschaften und die kommunalen Arbeitgeber einen Durchbruch im Tarifstreit um die Erzieherinnen und Sozialarbeiter. „Insgesamt bringt das Ergebnis für das Gros der Beschäftigten Verbesserungen“, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske am Mittwoch in Hannover. Der Gewerkschaftsbasis werde die Annahme empfohlen. Neue Kita-Streiks wären damit abgewendet.

Verhandelt wird für rund 220.000 Erzieherinnen, Sozialarbeiter und -pädagogen, Kinderpfleger und Mitarbeiter der Behindertenhilfe. Ein Streik der Kita-Erzieherinnen hatte sich im Frühjahr über vier Wochen hingezogen.

Verbesserungen sind vor allem für jüngere Erzieherinnen und Sozialarbeiter vorgesehen. Vollzeitbeschäftigte sollen zwischen 93 und 138 Euro mehr im Monat erhalten. Die Bundestarifkommission der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kommt am Freitag in Fulda zusammen, um ein Votum zu der Einigung abzugeben. Die kommunalen Arbeitgeber bezifferten die Mehrkosten durch das Ergebnis auf 315 Millionen Euro. 

Verdi-Chef Frank Bsirske sagte am Mittwoch bereits vor der Fortsetzung der Gespräche in Hannover: „Wir sind auf Einigungskurs.“

Der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle, sagte: „Ich denke, wir kriegen ein Ergebnis hin.“ Allerdings werde eine Einigung unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gewerkschaftsbasis stehen.

Die länger als geplant andauernden Gespräche waren am Dienstagabend unterbrochen worden. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Verhandlungskreisen erfuhr, zeichnet sich eine neue Struktur der Entgelttabelle für den Sozial- und Erziehungsdienst ab. Über Stunden hatten die Gewerkschaften und die Arbeitgeber durchgerechnet, was Änderungen in den insgesamt 17 Berufsgruppen mit jeweils sechs Gehaltsstufen den Betroffenen bringen - und was sie die Kommunen kosten würden.

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