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Abgas-Skandal weitet sich aus : Nach VW: Diese Modelle stehen auf der KBA-Prüfliste

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Das Kraftfahrt-Bundesamt hat auch bei anderen Automarken erhöhte Abgaswerte gemessen. Eine Übersicht.

shz.de von
erstellt am 11.Nov.2015 | 18:25 Uhr

Flensburg | Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) überprüft seit Ende September mehr als 50 verschiedene Modelle unterschiedlicher Autobauer, zwei Drittel der Untersuchungen seien inzwischen abgeschlossen, teilte die Behörde am Mittwoch in Flensburg mit. „Auf Basis von Rohdaten wurden bisher zum Teil erhöhte Stickoxid-Werte bei unterschiedlichen Fahr- und Umgebungsbedingungen festgestellt“, hieß es.

Die Ergebnisse würden nun mit den Autobauern und anderen Behörden besprochen und ausgewertet. „Erst danach liegen rechtlich belastbare Ergebnisse vor.“ Welche Marken betroffen sind, teilte die Behörde nicht mit - auch nicht, welche Schlüsse aus den bisher vorliegenden Ergebnissen gezogen werden können, also ob es etwa auch bei anderen Autoherstellern einen Verdacht auf Manipulationen gibt.

Ein Sprecher von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte in Berlin, die Tests fänden im Auftrag des KBA auf Prüfständen und während der Fahrt statt. Laut KBA sind neben den VW-Konzernmarken auch Hersteller wie BMW, Ford, Opel, Fiat, Mercedes-Benz, Alfa Romeo, Dacia, Hyundai, Toyota oder Mazda in dem Prüfverfahren.

Übersicht der Marken und Modelle in der Nachprüfung des KBA, Stand 11. November 2015:

Autos deutscher Hersteller

Audi BMW Ford Opel
Audi A6, A3 BMW 3er, 5er, Mini Ford Focus, C-Max Opel Astra, Insignia, Zafira
Mercedes Porsche Smart VW
Mercedes C-Klasse, CLS, Mercedes Sprinter, V-Klasse Porsche Macan Smart Fortwo VW Golf, Beetle, Passat, Touran, Polo, SportsVan, Touareq, VW Crafter, Amarok

 

Pkw ausländischer Hersteller

Alfa Romeo Chevrolet Fiat Dacia Hyundai
Alfa Romeo Guilietta Chevrolet Cruze Fiat Panda, Fiat Ducato Dacia (Motortyp SD) Hyundai iX35,i20
Honda Jeep Land Rover Mazda Mitsubishi
Honda HR-V Jeep Cherokee Land Rover Evoque Mazda 6 Mitsubishi ASX
Nissan Peugeot Renault Toyota Volvo
Nissan Navara Peugeot 308 Renault Kadjar Toyota Auris Volvo V60

Getestet werden auch einige leichte Nutzfahrzeuge. Laut Verkehrsministerium sollen die Ergebnisse in einem Gesamtbericht veröffentlicht werden. Wann das sein wird, ist noch offen. Ein Daimler-Sprecher sagte in Stuttgart, man unterstütze die Behörde.„Derzeit liegen uns noch keine Messergebnisse vor.“ Man begrüße die Tests. „Wir haben nichts zu verbergen.“ Der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnte bereits zuvor, die Branche unter Generalverdacht zu stellen. „Es gibt keinen Grund, von einem auf alle zu schließen. Wenn ein Unternehmen betrogen hat, dann ist das inakzeptabel, aber es diskreditiert nicht die gesamte deutsche Automobilindustrie“, bekräftigte VDA-Präsident Matthias Wissmann im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“.

Volkswagen hat unterdessen eine Schlüsselstelle für die Aufklärung von Unregelmäßigkeiten neu besetzt. Der bisherige Leiter der Konzernrevision ist laut einem Bericht von NDR1 Niedersachsen bereits vor einigen Wochen abgelöst worden. Das Unternehmen äußerte sich am Mittwoch nicht zu dieser Personalie. Über den bevorstehenden Abgang des Managers hatte im Oktober auch die „Bild am Sonntag“ berichtet.

Der neue Chef der Abteilung, die über die Einhaltung der Regeln für die sogenannte Compliance (ethisch korrektes Handeln) wacht, ist Markus Eberl, der wie der neue Konzernchef Matthias Müller von Porsche nach Wolfsburg gewechselt ist. Konzernkreise bestätigten die Personalie am Mittwoch.

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