Nach drei Rekordjahren meldet Dräger einen Gewinnrückgang

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12. März 2014, 13:31 Uhr

Nach drei Rekordjahren in Folge hat das Wachstum beim Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Dräger eine Pause eingelegt. Der operative Gewinn (Ebit) schrumpfte um 13 Prozent auf 201 Millionen Euro, der Umsatz stagnierte bei 2,4 Milliarden Euro. Der im Vergleich zum japanischen Yen und den Währungen einiger Schwellenländer starke Euro mache dem Konzern zu schaffen, sagte Vorstandschef Stefan Dräger in Lübeck. Schleswig-Holsteins größtes Industrieunternehmen erzielt rund ein Viertel seines Konzernumsatzes in Schwellenländern.

Die Ebit-Marge erreichte 8,5 Prozent (2012: 9,7 Prozent) und blieb in der angepeilten Bandbreite von 8,0 bis 10,0 Prozent. Werde der Euro noch stärker, müsse längerfristig die Struktur des Unternehmens überdacht werden, so Dräger. „Dann würde eine Verlagerung von Produktion in Billiglohnländer allerdings nicht ausreichen, weil die Lohnkosten schon heute nur einen geringen Teil der Produktionskosten ausmachen. Dann ginge es um eine Verlagerung des gesamten Konzerns“, sagte Dräger. Aktuelle Überlegungen für einen solchen Schritt gebe es aber nicht.

Neben den Wechselkursen haben auch Kosten für den Ausbau der Vertriebsstruktur in Schwellenländern sowie für Forschung und Entwicklung das Ergebnis belastet. So hat Dräger 2013 mehr als 110 Millionen Euro in die Modernisierung von Produktions- und Verwaltungsgebäuden im In- und Ausland investiert. Eine Kostensenkung erhofft sich Dräger durch die Schließung seines Werkes in Policka in Tschechien und die Konzentration von Service und Vertrieb bei der Tochtergesellschaft in Prag. Zugleich soll der zweite tschechische Produktionsstandort in Chomutov ausgebaut werden. Künftig sollen dort neben Feuerwehrhelmen auch Masken und Chemikalienschutzanzüge hergestellt werden, die bislang in Lübeck produziert werden.

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