Ab Montag Gespräche mit allen Bewerbern : Münster neuer Standort der Batterieforschung – alle Bewerber werden eingebunden

Itzehoe wird nicht Standort des Prestige-Objekts, soll aber ebenfalls bedacht werden.

Itzehoe wird nicht Standort des Prestige-Objekts, soll aber ebenfalls bedacht werden.

Die Zukunft der Energiewende liegt ab sofort in Münster. Kommende Woche sind alle Bewerber zu Gesprächen geladen. Alle sollen eingebunden werden.

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28. Juni 2019, 21:02 Uhr

itzehoe/berlin | Als Bundesbildungsministerin Anja Karliczek am Donnerstag den Sieger im Standort-Wettbewerb um Deutschlands große Batterieforschungsfabrik verkündete, sorgte sie für eine Überraschung – aber leider nicht für Itzehoe: Das dortige Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie ist wie schon berichtet mit seinem Antrag für ein komplett mit Windstrom produzierendes Werk gescheitert.

Münster kommt zum Zuge

Dafür kommt nun etwas unerwartet die Stadt Münster aus Karliczeks Heimatland Nordrhein-Westfalen zum Zuge, obwohl Experten einer eigens einberufenen Gründungskommission laut einem Bericht des „Tagesspiegel“ zuvor für das baden-württembergische Ulm plädiert haben sollen.

Ausschlaggebend sei „ein Dreiklang aus Exzellenz, wirtschaftlichem Gesamtkonzept und Umweltschutz“ gewesen, sagte Karliczek zur Auswahl des Standorts für das von ihr mit bis zu 500 Millionen Euro geförderte Batterieforschungswerk.

Unter diesen Gesichtspunkten ist es in Münster richtig aufgehoben. Anja Karliczek, Bundesbildungsministerin
 

Gleichzeitig bestritt die CDU-Politikerin, dass es ein eindeutiges Expertenvotum für Ulm gegeben habe. Vielmehr habe die Kommission erklärt, „dass alle Standorte sehr eng beinander liegen“, sagte Karliczek.

Trotzdem sollen alle eingebunden werden

Genau deshalb hat die Ministerin für nächste Woche auch die unterlegenen fünf Bewerber inklusive Itzehoe eingeladen, „um zu überlegen, wie wir alle einbinden können“. Schon Montag wird es Gespräche mit dem Ressort von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz geben. Der FDP-Mann sagte, er sei „guter Dinge, dass die Batterieforschung auch nach dieser Standortentscheidung für Münster ein wichtiges Zukunftsthema für Schleswig Holstein bleibt.“

Daniel Günther enttäuscht über Entscheidung

Auch der Kieler Ministerpräsident Daniel Günther zeigte sich nach einem SMS-Wechsel mit seiner CDU-Parteifreundin Karliczek optimistisch für Itzehoe. Zwar sei er „natürlich enttäuscht über die Entscheidung“. Doch sei er „sicher, dass auch Itzehoe am Ende etwas vom Kuchen abbekommt.“

Vom Beschluss Karliczeks profitiert nicht nur ihr Nachbarwahlkreis Münster, sondern auch ihr eigener: In Ibbenbüren sollen die Batterien der Forschungsfabrik recycelt werden. Karliczek freute sich darüber:

Ibbenbüren hat gerade den Steinkohlebergbau geschlossen – insofern bin ich froh, das es in der Region jetzt eine Möglichkeit gibt, Innovation weiter voranzutreiben. Anja Karliczek, Bundesbildungsministerin
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