Lufthansa, Commerzbank und Wirecard : Mit diesen Aktien hätten Sie 2017 kräftig verdient

Mit Aktien der Lufthansa hätten Anleger dieses Jahres ein Plus erzielt.
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Mit Aktien der Lufthansa hätten Anleger dieses Jahres ein Plus erzielt.

Fluglinien und Maschinenbauer bescherten Anlegern Kurszuwächse von bis zu 294 Prozent.

Till Lorenz ist Mitglied der Wirtschaftsredaktion. von
30. Dezember 2017, 15:30 Uhr

Hätte, hätte, Fahrradkette – das mag sich mancher Sparer in diesen Tagen beim Blick auf die Börsen-Kurse denken. Denn während es auf dem Sparbuch infolge der Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) praktisch keine Zinsen mehr gibt, ließ sich an den Aktien-Handelsplätzen dieser Welt auch in diesem Jahr wieder gutes Geld verdienen. Vorausgesetzt, es wurde auf Papiere der richtigen Unternehmen gesetzt.

Lufthansa

Bei den Aktien der Lufthansa wäre das der Fall gewesen. Im Oktober 2016 notierten sie noch bei unter 10 Euro und waren zeitweilig auf den tiefsten Stand seit drei Jahren gefallen. Doch von da an ging es aufwärts – oder vielmehr: Der Kranich hat zum Höhenflug angesetzt. Allein zwischen dem 2. Januar und dem 29. Dezember dieses Jahres legte die Lufthansa-Aktie um mehr als 146 Prozent zu. Mit anderen Worten: Wer Anfang des Jahres 3000 Euro in Deutschlands größte Fluglinie investiert hat, darf sich heute über 7380 Euro freuen. Wer tatsächlich schon im Oktober 2016 bei dem Dax-Konzern eingestiegen ist, geht mit 9930 Euro nach Hause – ein Plus von 231 Prozent. Selbst US-Technologie-Konzerne wie Facebook oder Amazon stellt das in den Schatten.

Commerzbank

Einst ist der Steuerzahler der Commerzbank zur Hilfe geeilt, als sich das Geldhaus bei der Übernahme der Dresdner Bank verhoben hatte. Bis heute hält die Bundesregierung rund 15 Prozent – und hat damit in diesem Jahr von einem kräftig steigenden Kurs profitiert. Um rund 74 Prozent ging es in die Höhe.

Aixtron

Wer sich nicht nur die Dax-Unternehmen anschaut, konnte sogar noch mehr rausholen. Aixtron hat seinen Sitz in Herzogenrath und produziert Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitern. Im Sommer 2016 hatten Chinesen versucht, das TecDax-Unternehmen zu kaufen. Der Deal kam nach Einschreiten der US-Regierung dann aber nicht zustande. Für Anleger sollte das – zumindest im Rückblick – keine schlechte Nachricht sein. Seit Januar ging es für die Papiere des Konzerns um 294 Prozent in die Höhe. Unter den Unternehmen, die in den großen deutschen Indizes enthalten sind, ist das der einsame Spitzenplatz. Gelegenheiten, an der Börse Geld zu verdienen, boten aber auch noch andere Firmen.

Siltronic

Das München Unternehmen Siltronic ist beispielsweise im Bereich der Halbleiterindustrie tätig und stellt sogenannte Wafern her, die in der Mikroelektronik und bei Photovoltaik benötigt werden. Das Kursplus bei diesem – ebenfalls im TecDax aufgeführten Konzern –: gut 179 Prozent.

Wirecard

Jenseits von Maschinenbau und Industrie konnte aber auch profitiert werden – unter anderem mit Wirecard. 130 Prozent legten die Papiere des Unternehmens aus Aschheim zu, das unter anderem Kreditkartenzahlungen von Visa- und Mastercard in Deutschland abwickelt.

Aber es gab natürlich auch die anderen Aktien – jene, von denen man besser die Finger gelassen hätte. Beispiel: Steinhoff. Im Dezember wurden Unregelmäßigkeiten in der Bilanz des in Frankfurt gelisteten Mischkonzerns bekannt, der seine operative Zentrale in Südafrika und seinen Sitz in Amsterdam hat. Um 93 Prozent ging es für die Papiere bergab. Auch Anleger von Beate Uhse, die auf eine Erholung des einst in Flensburg gegründeten Erotik-Konzerns gehofft haben, wurden enttäuscht. Die Holding hatte Insolvenz angemeldet. Die Aktie hat in diesem Jahr 68 Prozent verloren. Hätte, hätte, Fahrradkette.

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