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Dänisches Produkt : Mit Algen und Raps gegen Methan: Cocktail soll Kühe klimafreundlicher machen

vom
Aus der Onlineredaktion

Ein Futtermix soll der Klimarettung dienen. Die winddrosselnde Mischung funktioniert auch bei Menschen.

shz.de von
erstellt am 21.Aug.2017 | 12:32 Uhr

Vejle | Als das dänische Lebensmittelministerium vor einem Jahr die Erforschung von Futtermixen zur Verbesserung der Klimabilanz der heimischen Rinder in Auftrag gab, lautete der Lösungweg zunächst einmal Oregano. Jetzt hat eine südjütische Firma in ähnlicher Überlegung ein Produkt auf den Markt gebracht, das auch mit regional üppigen Substanzen das Pupsen und Rülpsen der Wiederkäuer abmildern kann.

Wenn es um den Ausstoß von Treibhausgasen geht, ist die Landwirtschaft einer der großen Umweltsünder. Konkret sind es Wiederkäuer wie Kühe und Schafe, die große Mengen des stark klimarelevanten Methangases ausstoßen. 40 Prozent der Methan-Produktion in der Landwirtschaft gehen auf Flatulenz und Ruktus zurück.

Es ist eine Futter-Einmischung aus braunen Algen und Raps, die nach jütischem Rezept die Gasproduktion in Pansen und Mägen der Tiere deutlich verringern soll. Sie wurde von einer Fermentierungsfirma in Jelling bei Vejle entwickelt. „Die Mischung ist so fermentiert, dass sie die Gasproduktion im Magen verringert. Dies funktioniert sowohl bei Menschen als auch bei Schweinen, deshalb untersuchen wir jetzt, ob dies auch bei Kühen der Fall ist“, so der Direktor der Firma, Jens Legarth, zu „Danmarks Radio“.

Erste Testresultate sähen gut aus, sagt Professor Mette Olaf Nielsen von der Universität Kopenhagen, die in dem Bereich forscht. „Es ist interessant, dass dies ein Darmprodukt ist, das anscheinend die Methanproduktion verringern kann“, sagt die Forscherin. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Entstehung von Methan um 15 bis 25 Prozent gesenkt werden kann. Auswirkungen auf die Milchproduktion der Kühe wurden zudem nicht festgestellt.

Angesichts der Forderung der EU, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern, könnte dies für Dänemark eine billige Lösung werden, meint Professor Jørgen E. Olesen vom Institut für Agrarökologie der Universität Aarhus. „Wir riskieren in Dänemark viele Arbeitsplätze zu verlieren, wenn es zu teuer wird den Ausstoß zu verringern. Dies könnte dazu führen, dass die dänische Landwirtschaftsproduktion ins Ausland verlagert wird, wo es günstiger ist“, so Olesen.

Die EU-Kommission hatte im vergangenen beschlossen, dass Dänemark bis 2030 seinen Ausstoß von Treibhausgasen im Verkehrs- und Landwirtschaftssektor um 39 Prozent senken muss.

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