Erstes Quartal : Minus 103 Millionen Euro: Privatisierung belastet HSH Nordbank stark

Vor einem Jahr hatte die insolvente Bank noch ein Plus von 104 Millionen Euro eingefahren.

shz.de von
15. Juni 2018, 15:41 Uhr

Hamburg | Die HSH Nordbank hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres einen Verlust von 103 Millionen Euro eingefahren. Grund dafür seien hohe Belastungen im Zuge der Privatisierung der Bank, teilte das Institut am Freitag in Hamburg mit. Im gleichen Quartal des Vorjahres stand noch ein Gewinn von 104 Millionen Euro zu Buche. Vor Steuern verschlechterte sich das Ergebnis von plus 128 auf minus 60 Millionen Euro.

Allein 100 Millionen Euro stellte die Bank für eine vereinbarte Ausgleichszahlung an die Länder zurück, weitere 40 Millionen Euro kosteten Bankenabgabe und Einlagensicherung und 31 Millionen Euro der laufende Garantieaufwand. Die zukunftsgerichteten Geschäftsfelder hätten dagegen allesamt im Plus gelegen und der Kernbank ein Ergebnis von 182 (Vorjahreszeitraum: 279) Millionen Euro vor Steuern eingebracht.

Die Bank befindet sich in der letzten Phase des Verkaufsprozesses; die Verträge mit US-amerikanischen Investoren sind seit dem 28. Februar unterschrieben. Die Landesparlamente in Hamburg und Kiel sowie die Kartellbehörden haben dem Verkauf bereits zugestimmt. Es fehlen jedoch noch die Zustimmung der EZB und der EU-Kommission sowie eine Regelung für den Übergang von der Einlagensicherung der öffentlichen zu den privaten Banken.

Die Bank erwartet den Eigentümerwechsel für das dritte, spätestens vierte Quartal 2018. „Wir bereiten die Bank auf eine mehrjährige Transformation vor“, sagte Bankchef Stefan Ermisch. „Dies wird ein anspruchsvoller und zugleich chancenreicher Weg.“

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