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Krise in der Container-Schifffahrt : Milliardenverluste bei Maersk: Vorstands-Boss Pram räumt das Kommando

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Aus der Onlineredaktion

13,2 Milliarden Kronen Verlust hat die weltgrößte Containerschiff-Reederei gemacht. Es lag nicht nur an den Frachtraten.

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2017 | 13:57 Uhr

Kopenhagen | Die Krise in der Container-Schifffahrt und hohe Abschreibungen in seinen Ölsparten haben den dänischen Reederei-Konzern A.P. Møller-Maersk 2016 tief in die roten Zahlen gedrückt. Unter dem Strich machte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr 13,2 Milliarden Kronen (rund 1,78 Mrd Euro) Verlust. Das wurde am Mittwoch bei der Veröffentlichung der Jahresbilanz bekannt. Auch der Umsatz sank 2016: von knapp 40,4 auf rund 35,5 Milliarden Dollar. Der Aktienkurs brach am Mittwoch zwischenzeitlich um bis zu sechs Prozent ein.

Es ist das schlechteste Resultat, das Mærsk in seiner 112 Jahre langen Geschichte eingefahren hat. Bisher kam dieses aus dem Krisen-Jahr 2009, wo 5,5 Milliarden Kronen Verlust gemacht wurden.

Hauptgrund für die roten Zahlen sind die Ölsparten Mærsk Drilling und Mærsk Supply Service, die 2,7 Milliarden Kronen abschreiben mussten. Aber auch das Kern-Geschäft, die Containerfracht-Abteilung Mærsk Line, machte einen Verlust von rund 2,6 Milliarden Kronen.

Mit diesem historisch negativen Ergebnis geht auch ein Wechsel auf der Kommandobrücke einher. Der Chef des Verwaltungsrates, Michael Pram Rasmussen, kündigte am Mittwoch nach 14 Jahren seinen Rücktritt an. Sein Nachfolger soll der Däne Jim Hagemann Snabe werden, der schon im Vorstand des Software-Konzerns SAP saß und im kommenden Jahr wohl auch Aufsichtsratschef von Siemens wird.

<p>Jim Hagemann Snabe.</p>

Jim Hagemann Snabe.

Foto: dpa

Die Perspektive in der sich seit Jahren in einer Dauer-Krise befindenden Container-Schifffahrt soll sich 2017 wieder lichten, so die Erwartung der Dänen. Anfang Dezember hatte die Oetker-Gruppe angekündigt, ihre Reederei Hamburg Süd wegen der anhaltenden Flaute im Container-Geschäft an Maersk zu verkaufen. Stimmen die Kartellbehörden zu, soll der Deal bis Ende 2017 über die Bühne gehen.

Sein verlustbehaftetes Ölgeschäft will Møller-Maersk in den nächsten zwei Jahren ganz oder in Teilen abspalten. Anfang der Woche hatte sich auch Shell aus Geschäft der Nordsee-Ölförderung in Dänemark verabschiedet, weil es darin kein Geschäft mehr sieht.

Auf die Container-Schifffahrt blickt Maersk für 2017 aber wieder positiver, ein Gewinn von einer Millarde Dollar wird in der Kernsparte angepeilt. Der Groß-Konzern gilt als einer der wenigen Kandidaten, die aus der Dauerkrise mittelfristig gestärkt hervorgehen könnten. Die Branche steht durch Überkapazitäten und einhergehenden Preisverfall unter enormem Fusionsdruck. Anfang Dezember hatte die Oetker-Gruppe angekündigt, ihre Reederei Hamburg Süd wegen der gigantischen Überkapazitäten im Container-Geschäft an die Dänen zu verkaufen. Stimmen die Kartellbehörden zu, soll der Deal bis Ende 2017 über die Bühne gehen. Hamburg Süd alleine gehört zu den zehn größten Containerreedereien der Welt.

Der Konkurrent Hapag-Lloyd hatte im November mit eiserner Sparsamkeit einen kleinen Quartalsgewinn erreicht. Die Hamburger Reederei steht kurz vor dem Zusammenschluss mit der arabischen UASC, nach dem sie zur fünftgrößten Container-Reederei weltweit aufsteigen dürfte.

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