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Wirtschaft

14. Dezember 2017 | 09:53 Uhr

Milliardenstreit beendet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vergleich vor Gericht: Deutsche Bank zahlt an die Kirch-Erben gut 900 Millionen Euro

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2014 | 14:27 Uhr

Die Deutsche Bank beendet den Dauerstreit um die Pleite des Kirch-Medienkonzerns mit einer dreistelligen Millionenzahlung. 775 Millionen Euro zuzüglich Zinsen und anderer Kosten – dem Vernehmen nach insgesamt gut 900 Millionen Euro – kostet das Frankfurter Geldhaus der Vergleich, der vor dem Oberlandesgericht (OLG) München besiegelt wurde. „Mit der heutigen Vereinbarung legen wir einen altbekannten und langjährigen Rechtsstreit bei“, ließ das Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen gestern mitteilen. Damit seien alle Auseinandersetzungen mit dem Kirch-Lager beendet. Die Einigung sei „im besten Interesse“ der Aktionäre.

Auch die Erben von Medienzar Leo Kirch zeigten sich zufrieden. „Wir begrüßen die Einigung, auch wenn wir uns gewünscht hätten, dass Leo Kirch dies noch erlebt hätte“, sagte ein Sprecher. „Der angerichtete Schaden wird allerdings nur in Teilen wieder gut gemacht.“

Mit dem Vergleich zieht die Bank einen Schlussstrich unter den zwölfjährigen Streit um eine Mitverantwortung für die Pleite des Kirch-Medienkonzerns 2002. Der 2011 gestorbene Medienunternehmer hatte die Deutsche Bank und ihren damaligen Chef Rolf Breuer zeitlebens für den Zusammenbruch seines weit verzweigten Medienimperiums (Pro7, Sat.1, N24) verantwortlich gemacht. Breuer hatte in einem Fernsehinterview Anfang Februar 2002 die Kreditwürdigkeit Kirchs in Zweifel gezogen – wenige Wochen vor der Kirch-Insolvenz (siehe Info-Kasten).

Kirch trat eine Prozesslawine gegen Breuer und die Bank los, seine Erben setzten die Fehde fort. Kurz vor Weihnachten 2012 errang die Kirch-Seite vor dem OLG München einen bedeutenden Sieg: Die Richter verurteilten die Bank zu Schadenersatz und warfen etlichen ehemaligen und amtierenden Vorständen Verfehlungen vor. Die Höhe des Schadenersatzes sollten Gutachter bestimmen. Gefordert hatte die Kirch-Seite rund zwei Milliarden Euro.

Nach der Einigung können auch die Gläubiger des früheren Medienkonzerns auf weiteres Geld hoffen. Nach Angaben des Insolvenzverwalters der Kirch Media sind noch Forderungen von rund 4,6 Milliarden Euro offen.

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