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Energiekonzern : Milliarden-Verlust bei Eon - kurz vor der Aufspaltung

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Knapp sieben Milliarden Euro Nettoverlust: Im Jahr vor der Aufspaltung fuhr Eon einen Rekord-Verlust ein.

Essen | Vor seiner Aufspaltung haben milliardenschwere Abschreibungen Deutschlands größten Energiekonzern Eon tief in die roten Zahlen gerissen. Im vergangenen Jahr verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von knapp sieben Milliarden Euro, wie es am Mittwoch in Essen mitteilte.

Kritiker bemängeln einen nicht ausreichend funktionierenden Wettbewerb auf dem deutschen Energiemarkt. Etwa 80 Prozent des Stromangebotes und ein Großteil des Handels wird von vier Produzenten (Eon, RWE, EnBW und Vattenfall) kontrolliert.

Hauptgrund für den Verlust waren Wertberichtigungen von insgesamt 8,8 Milliarden Euro auf die konventionellen Kraftwerke. Deren Gewinnaussichten haben sich wegen des Preisverfalls im Strom-Großhandel und des Ökostrom-Booms dramatisch eingetrübt. Einen Großteil der Abschreibungen hatte Eon bereits im dritten Quartal verbucht. Schon 2014 hatte der Konzern ein Minus von 3,2 Milliarden Euro angehäuft. Bereinigt um Sondereffekte wie die Abschreibungen wäre der Überschuss im vergangenen Jahr stabil bei 1,6 Milliarden Euro geblieben.

Der Energiekonzern hat am 27. April 2015 die Spaltung des Unternehmens mit der neu zu gründenden Gesellschaft Uniper für die Sparte Stromerzeugung und Energiehandel sowie Exploration mit Sitz in Düsseldorf mitgeteilt. Eon behält dabei 40.000 Mitarbeiter und die neue Uniper 15.000 Mitarbeiter. In die Kritik geriet der Konzern, weil es Befürchtungen gab, dass der von Gewinneinbrüchen betroffene Teil ausgegliedert wird und damit die finanziellen Risiken für den kostenintensiven Rückbau der Kernkraftwerke ausgelagert werden. Eon wies das zurück. Die abgetrennte Sparte sei keine Resterampe und auch keine Bad Bank.

Am 10. September gab Eon überraschend bekannt, seine deutschen Kernkraftwerke doch nicht in Uniper auszugliedern. Als Grund nannte Eon das von der Bundesregierung geplante Gesetz über Atomhaftung. Somit wird Uniper nur die schwedischen Atomkraftwerke im Portfolio haben.

An seinem Dividenden-Versprechen will Eon festhalten. Demnach sollen die Aktionäre erneut 50 Cent je Papier bekommen. Zugleich stimmte das Management aber auf längerfristig sinkende Ausschüttungen ein. Der Rivale RWE, der ebenfalls vor der Aufspaltung in zwei Gesellschaften für erneuerbare und konventionelle Energien steht, hatte seinen Eignern wegen der Krise die Dividende weitgehend gestrichen.

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erstellt am 09.Mär.2016 | 10:22 Uhr

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