Mieter trägt Vermieterin aus dem Haus: Kündigung ungültig

shz.de von
04. Juni 2014, 16:00 Uhr

Ein Mieter, der seine Vermieterin aus dem Haus getragen hat, muss deshalb nicht ausziehen. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied gestern, dass die Kündigung der Hauseigentümerin nicht rechtens war. Der Mann hatte die Eigentümerin im Streit aus dem Haus getragen – und kassierte dafür die fristlose Kündigung. Das Landgericht Koblenz hatte zuvor entschieden, dass dies rechtens gewesen sei. Der Mieter sei zu weit gegangen. Die Vorsitzende BGH-Richtern Karin Milger sah das anders. Die Pflichtverletzung des Mannes sei nicht so gravierend, dass der Klägerin das weitere Mietverhältnis nicht zugemutet werden könne, hieß es (AZ: VIII ZR 289/13).

Geklagt hatte die Vermieterin eines Hauses, die im Sommer 2012 bei ihrem Mieter wie zuvor vereinbart den Einbau von Rauchmeldern kontrollierte. Sie versuchte dabei, gleich das gesamte Haus zu inspizieren und betrat gegen den ausdrücklichen Willen des Mieters auch Zimmer, die nicht mit Rauchmeldern versehen waren. Der Mieter forderte die Vermieterin auf, das Haus zu verlassen, was diese aber verweigerte. Daraufhin packte er die Vermieterin und trug sie aus dem Haus. Wenig später kamen die Kündigung sowie eine Räumungsklage.

Kündigung und Räumungsklage blieben vor dem Bundesgerichtshof erfolglos.

zur Startseite

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert