Middelhoff-Prozess beginnt nach Panne neu

Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff (M) spricht  mit seinem Rechtsanwalt Hartmut Fromm.
Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff (M) spricht mit seinem Rechtsanwalt Hartmut Fromm.

shz.de von
12. Mai 2014, 19:10 Uhr

Wegen eines Formfehlers hat das Untreueverfahren gegen den Ex- Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, Thomas Middelhoff, am zweiten Verhandlungstag noch einmal von vorne beginnen müssen. Das Essener Landgericht hatte es am ersten Prozesstag versäumt, einen Kammerbeschluss zur möglichen Befangenheit einer Schöffin herbeizuführen, erklärte der Vorsitzende Richter gestern. Zwar holte die Kammer dies am zweiten Verhandlungstag nach und hielt die Schöffin für nicht befangen. Doch mussten sowohl die Anklageverlesung als auch eine mehr als zweistündige persönliche Erklärung Middelhoffs wiederholt werden. Middelhoff selbst zeigte sich verärgert über die durch den Formfehler verursachte Verzögerung des Prozesses. Dadurch wurde der zweite Verhandlungstag über weite Strecken zu einer blassen Kopie des Prozessauftakts.

Die Staatsanwaltschaft Bochum wirft Middelhoff vor, den inzwischen pleitegegangenen Handelskonzern zu Unrecht mit betriebsfremden Kosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro belastet zu haben. Hauptsächlich geht es um Flüge mit Charterflugzeugen und Hubschraubern, die von Arcandor bezahlt wurden, nach Auffassung der Anklage aber ganz oder teilweise nicht dienstlich veranlasst waren. Middelhoff hatte die Vorwürfe am ersten Verhandlungstag zurückgewiesen.

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