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Mexikanischer Milliardär funkt O2 dazwischen

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erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Mexiko-Stadt | Gegenwind für die geplante Großfusion von Telefónica Deutschland (O2) und E-Plus: Das vom mexikanischen Milliardär Carlos Slim kontrollierte Mobilfunkunternehmen America Movil hat gestern ein Übernahmeangebot für die niederländische E-Plus-Mutter KPN vorgelegt. Fast 30 Prozent von KPN gehören America Movil bereits. Slim gilt als Kritiker der geplanten Übernahme von E-Plus durch O2, durch die ein neuer Marktführer auf dem deutschen Mobilfunkmarkt entstünde.

America Movil wolle sich einen Mehrheitsanteil an KPN sichern und biete 2,40 Euro je Aktie, hieß es in der Mitteilung. Das wäre ein Aufschlag von einem Fünftel im Vergleich zum Schlusskurs vom Donnerstag und würde die Anteile, die Slim noch nicht besitzt, mit rund 7,2 Milliarden Euro bewerten. Slim hatte erst kürzlich seinen Widerstand gegen die Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland (O2), einer Tochter der hochverschuldeten spanischen Telefonica, angekündigt.

Presseberichten zufolge hält er den gebotenen Preis von rund acht Milliarden Euro für zu niedrig. Slim wolle das Angebot für E-Plus nun genau bewerten, hieß es. Eine endgültige Entscheidung werde bis zur außerordentlichen Hauptversammlung fallen. Für diese gibt es laut KPN noch keinen konkreten Termin, sie werde in den kommenden Wochen stattfinden, erklärten die Niederländer. Nun wolle sich der Konzern das Angebot von Slim in Ruhe ansehen.

Bis dahin hängt die Fusion auf dem deutschen Mobilfunkmarkt weiter in der Schwebe. Neben den Aktionären haben auch die Wettbewerbshüter ein Wort mitzureden. Ende Juli hatte sich der Präsident des Bundeskartellamts Andreas Mundt in einem Gespräch mit der dpa bereits kritisch zu der geplanten Großfusion geäußert und eine "sehr sorgfältige Prüfung" angekündigt. Sollte das Zusammengehen der beiden klappen, wären die Spanier im deutschen Mobilfunkmarkt Marktführer vor der Deutschen Telekom und Vodafone.

America Movil ist nach eigenen Angaben das führende Telekommunikationsunternehmen in Südamerika. Ende Juni hatte der Konzern demnach 262 Millionen Mobilfunkkunden. Mit der Übernahme von KPN wolle America Movil sein Geschäft auf Regionen außerhalb Südamerikas ausdehnen.

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