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Reaktor-Abschaltung in Frankreich : Medien: Behörde vertuschte Unfall im AKW Fessenheim

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Die französische Atomaufsicht spricht von einer Überschwemmungim nicht nuklearen Teil, aber nach Medien-Recherchen soll die Steuerung der Reaktorstäbe betroffen gewesen sein.

Ein Zwischenfall im französischen Atomkraftwerk Fessenheim nahe der deutschen Grenze war einem Medienbericht zufolge gravierender als bislang bekannt. Die französische Atomaufsicht ASN habe den Vorfall im April 2014 gegenüber der Internationalen Atomenergiebehörde heruntergespielt, berichteten WDR und „Süddeutsche Zeitung“ am Freitag. Ein Wassereinbruch hatte damals die Elektrik beschädigt und zur Abschaltung eines Reaktors geführt.

Die Medien berufen sich auf ein Schreiben der ASN an den Leiter des Kraftwerks nahe der Grenze zu Baden-Württemberg wenige Tage nach dem Zwischenfall. Demnach seien die Steuerstäbe im Reaktorblock zeitweise nicht manövrierbar gewesen. Ein Krisenstab habe entschieden, den Reaktor durch Einleitung von Bor ins Kühlwasser notfallmäßig herunterzufahren. Die Medien zitieren einen Reaktorexperten, demzufolge es eine vergleichbare Situation in Westeuropa bislang noch nicht gegeben habe.

Die Atomaufsicht hatte damals in einer Pressemitteilung erklärt, dass der Wassereinbruch in Schaltkästen im nicht-nuklearen Teil der Anlage eines der zwei separaten Elektroniksysteme für die Notabschaltung beschädigt habe. Sie betonte jedoch, dass das zweite weiterhin funktionierte und damit das Funktionieren stets sichergestellt gewesen sei. Auf eine Anfrage am Donnerstagabend reagierte die Behörde zunächst nicht.

Fessenheim im Elsass ist das älteste Atomkraftwerk Frankreichs. Wegen zahlreicher Pannen sollte es nach Meinung von Atomkraftgegnern so schnell wie möglich geschlossen werden. Hollande hatte im Wahlkampf noch die Abschaltung bis 2017 versprochen und zwischenzeitlich sogar ein Aus bis Ende 2016 angekündigt, dann aber einen Rückzieher gemacht. Frankreich will seinen Anteil von 75 Prozent Atomstrom bis 2025 auf 50 Prozent reduzieren.

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erstellt am 04.Mär.2016 | 08:56 Uhr

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