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Dieselgate bei VW : Martin Winterkorn tritt auch als Chef der Porsche-Holding zurück

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Dieselgate hat weitere Folgen, nämlich Winterkorns zweiten Rücktritt. Der Druck auf den 68-Jährigen war hoch.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2015 | 17:59 Uhr

Stuttgart/Wolfsburg | Im Strudel des Abgasskandals ist der frühere VW-Chef Martin Winterkorn auch als Vorstandsvorsitzender der Porsche-Holding PSE zurückgetreten. Auf ihn folgt mit Wirkung zum 1. November der neue VW-Aufsichtsratsvorsitzende und frühere VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch. Das teilte die PSE als größter Volkswageneigner am Samstag mit. Der 68 Jahre alte Winterkorn war Ende September als Folge der Affäre um manipulierte Abgaswerte als VW-Boss zurückgetreten, um die Verantwortung zu übernehmen. Er beteuerte aber seine Unschuld und erklärte, nichts von den Vorgängen gewusst zu haben.

VW hatte mit einer Software die Abgaswerte bei Dieselwagen geschönt und damit den größten Skandal in der Unternehmensgeschichte heraufbeschworen. Es drohen Milliardenkosten für die Nachbesserung, mögliche Strafzahlungen und gerichtliche Auseinandersetzungen. 2,4 Millionen VW-Diesel kommen in Deutschland in den Zwangsrückruf. VW-Chef Martin Winterkorn musste im Zuge des Skandals seinen Posten räumen. Sein Nachfolger ist Matthias Müller, der zuvor Porsche-Chef war.

Winterkorn war allerdings damals nicht von weiteren Chef-Funktionen abgerückt. Dazu zählten der Vorstandsvorsitz beim Volkswagen-Ankeraktionär Porsche SE sowie die Chefposten in den Aufsichtsräten der VW-Konzerntochter Audi und bei der jungen Nutzfahrzeugholding mit den Marken Scania und MAN. Auch bei der VW-Sportwagentochter Porsche AG ist Winterkorn noch Aufsichtsrat.

Auf dem Papier ist die Holding Porsche SE Muttergesellschaft des Volkswagen-Konzerns und hält gut die Hälfte der stimmberichtigten VW-Aktien, mit denen die Macht steht und fällt.

Der Druck auf Winterkorn, auch weitere Ämter abzugeben, war zuletzt gestiegen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Montag hatten sowohl das Land Niedersachsen als VW-Großaktionär als auch die Vertreter auf der mächtigen Arbeitnehmerseite auf eine endgültige Trennung gedrängt.

Winterkorn hatte selber im Zuge seines Rücktritts als VW-Chef erklärt, er habe den Aufsichtsrat gebeten, „eine Vereinbarung zur Beendigung meiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns zu treffen“. Der Vertrag lief ursprünglich bis Ende 2016. Seine übrigen Posten fanden in der Erklärung des Konzerns keine Erwähnung.

Winterkorn hatte mit Blick auf die Abgas-Affäre erklärt, er sei sich „keines Fehlverhaltens bewusst“ und „fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im Volkswagen Konzern möglich waren“.

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