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Flüssigerdgas : Maritime Branche setzt auf alternativen Schiffstreibstoff LNG

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Flüssigerdgas gilt als Schiffstreibstoff der Zukunft. Doch ohne energischen Anschub kommt die Infrastruktur nicht voran.

Leer | Auf dem Weg zu mehr Umweltschutz in der Schifffahrt sollen sich künftig Treibstoffe mit weniger Luftschadstoffen durchsetzen. Als Alternative zu herkömmlichem Schweröl oder höherwertigem Marinediesel gilt dabei Flüssigerdgas LNG (Liquefied Natural Gas), das weltweit bereits in einigen Schiffen eingesetzt wird. In Deutschland werden bisher nur eine Borkum-Fähre in Emden und eine Helgoland-Fähre in Cuxhaven mit LNG betrieben. Experten aus der maritimen Branche berichten am Donnerstag (13 Uhr) im ostfriesischen Leer über Praxiserfahrungen mit der neuen Technologie. Fragen und Antworten zu LNG.

Welche Umweltschäden verursacht die Schifffahrt?

Die weltweite Handelsflotte verbraucht nach einer Studie pro Jahr rund 330 Millionen Tonnen Treibstoff. Davon sind 80 bis 85 Prozent hoch schwefelhaltig. Das sorgt für Probleme in Landnähe, vor allem in den Häfen.

Welche Alternativen gibt es?

Neben Biogas, Biodiesel, Methanol, Landstrom und Wasserstoff werden Flüssigerdgas LNG (Liquefied Natural Gas) die besten Aussichten zugerechnet. Dadurch könnten die Emissionen nach Schätzungen um bis zu 90 Prozent sinken. Für die neue Technologie setzt sich eine Initiative von Industrie, Reedereien und Häfen („Maritime LNG Plattform“) ein. Der Umweltverband Nabu sieht LNG jedoch nur als Übergangstechnologie und fordert die Hinwendung zu regenerativen Energiequellen.

Wie funktioniert LNG?

Das verflüssigte Erdgas wird auf eine Temperatur von minus 162 Grad Celsius herunter gekühlt. In dieser Form ist es nicht brennbar oder explosiv. Als Gas ist es weitaus geringer brennbar als Benzin. Der Ausstoß von CO2 ist bis zu 25 Prozent und der von Stickoxiden um 80 Prozent niedriger als bei herkömmlichen Brennstoffen wie Schweröl oder Diesel. LNG verbrennt zudem schwefel- und rußfrei.

Wie sieht es aus mit der Infrastruktur?

Für die Schifffahrt sind spezielle Betankungsanlagen nötig. Die gibt es in Deutschland bislang nicht. Bis jetzt sind nur eine umgebaute Borkum-Fähre in Emden und eine neue Helgoland-Fähre mit LNG-Antrieb unterwegs. Beide Schiffe werden regelmäßig mit einem speziellen Tanklastwagen aus den Niederlanden betankt. Der Bau einer Tank-Infrastruktur ist aber derzeit nicht absehbar.

Welche weiteren Schiffe fahren künftig mit der LNG-Technologie?

Der Bund hat für 114 Milllionen Euro das Behördenschiff „Atair“ in Auftrag gegeben. Eine Reederei in Haren an der Ems plant die Umrüstung eines Containerschiffes. In den Niederlanden fahren fünf Binnenschiffe mit LNG, weitere sind geplant. Auch die Meyer Werft baut an ihren Standorten in Papenburg und im finnischen Turku insgesamt sechs Kreuzfahrtschiffe mit LNG-Technlogie.

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erstellt am 16.Feb.2017 | 08:12 Uhr

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