Familienstreit : Machtkampf bei Aldi Nord geht weiter

Das Aldi-Nord-Logo. /Archiv
Der Streit geht erneut vor Gericht. /Archiv

Die Erben klagen gegen ein Urteil, das ihren Einfluss auf die Geschicke des Discounter schwächt.

shz.de von
18. Mai 2018, 16:18 Uhr

Schleswig | Der seit Jahren dauernde Machtkampf bei Aldi Nord geht in die nächste Runde. Die von der Familie des verstorbenen Gründersohns Berthold Albrecht kontrollierte Jakobus-Stiftung hat juristische Schritte gegen eine Entscheidung des schleswig-holsteinischen Oberverwaltungsgerichts (OVG) eingeleitet. Die Entscheidung würde den Einfluss des Familienstamms im Unternehmen einschränken, teilte eine Sprecherin des Gerichts am Freitag mit.

Hintergrund des Streits ist die komplizierte Eigentümerstruktur bei Aldi Nord. Das Unternehmen ist im Besitz von drei Stiftungen: der Markus-, der Lukas- und der Jakobus-Stiftung. Sollen große Investitionen getätigt oder wichtige Entscheidungen getroffen werden, müssen diese von allen drei Stiftungen freigegeben werden.

Aktueller Anlass ist eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts. Das OVG hatte im Dezember vergangenen Jahres eine Satzungsänderung in der Jakobus-Stiftung für rechtens erklärt, mit der Berthold Albrecht kurz vor seinem Tod den Einfluss der Familienerben auf die Geschicke des Discounters beschränkt hatte. Das Gericht ließ damals keine Revision gegen die Entscheidung zu.

Dagegen wehrt sich jetzt die Familie mit einer Nichtzulassungsbeschwerde. Der Anwalt des Berthold-Albrecht-Erben, Andreas Urban, sagte der Deutschen Presse-Agentur, nach seiner Auffassung weise das Urteil des Oberverwaltungsgerichts „mehrere rechtliche Fehler“ auf. Außerdem gebe es Verfahrensfehler. Das Unternehmen Aldi Nord wollte zu der neuen Entwicklung nicht Stellung nehmen.

Das Oberverwaltungsgericht muss sich nun noch einmal mit dem Fall befassen. Hält das OVG Schleswig an seiner Entscheidung fest, wird die Beschwerde dem Bundesverwaltungsgericht zur Entscheidung vorgelegt.

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