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Jahrespressekonferenz 2015 : Lufthansa Technik investiert in die Digitalisierung und weltweite Präsenz

vom

Der Tochterkonzern der Lufthansa zieht eine positive Bilanz für 2015. Das bietet die Möglichkeit im kommenden Jahr doppelt so viel für die Weiterentwicklung zu investieren als bisher.

shz.de von
erstellt am 21.Mär.2016 | 17:07 Uhr

Hamburg | Bei der Flugzeugwartung ist der Computer mittlerweile mindestens so wichtig wie der Schraubenschlüssel. „Das Thema Digitalisierung ist der entscheidende Mega-Trend der Branche", konstatierte Johannes Bußmann, Vorstandschef der Hamburger Lufthansa Technik AG, gestern bei der Vorlage der Bilanz für 2015.

So gebe es bei einem modernen Flugzeug wie dem Airbus A350 rund 400.000 Messparameter aufzunehmen - beim älteren A330 seien es nur 30.000. Solch gigantische Datenmengen zu sammeln und auszuwerten, um bei Bedarf frühzeitig eingreifen zu können, sei die große Herausforderung. Lufthansa Technik wolle daher verstärkt in das rein digitale Dienstleistungsgeschäft investieren. Bereits 60 Kunden seien direkt über Schnittstellen in die IT eingebunden.

Das abgelaufene Geschäftsjahr lieferte die Vorlage in Gestalt glänzender Zahlen. Der Tochterkonzern der Lufthansa steigerte den Umsatz um 17,6 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro und den Gewinn vor Steuern und Zinsen um 20 Prozent auf 454 Millionen Euro. Vor allem der Umsatz mit Fliegern außerhalb der Lufthansa-Familie legte um mehr als ein Fünftel auf 3,3 Milliarden Euro zu. Das dicke Plus war indes durch Wechselkurseinflüsse begünstigt.

Das Unternehmen mit 30 Tochtergesellschaften ist einer der Weltmarktführer unter den systemunabhängigen Dienstleistern für Wartung, Überholung und Reparatur. Weiteres Standbein ist die individuelle Umrüstung von Linienmaschinen in Hamburg nach den individuellen Wünschen betuchter VIP-Kunden. Lufthansa Technik betreut insgesamt 800 Kunden und 3.700 Flugzeuge, womit die Hamburger etwa jeden neunten kommerziell betriebenen Jet unter ihren Fittichen haben.

In der Lufthansawerft in Fuhlsbüttel arbeiten 6.600 Beschäftigte, weltweit sind es 20.300. Im internationalen Geschäft sieht Bußmann auch die Zukunft. „Der Markt wächst, vor allem in Asien und Südamerika." Lufthansa Technik werde die Präsenz in Übersee weiter ausbauen, um das erwartete Wachstum nutzen zu können. Dieser Linie folgend war 2015 in Puerto Rico bereits ein Überholungsstandort für den wichtigen amerikanischen Markt eröffnet worden. Auf den Philippinen gingen zudem zusätzliche Hallenfläche zur Überholung von Airbus A380- und den künftigen Boeing 777-Flugzeugen in Betrieb.

60 Millionen Euro fließen derzeit in eine neue Räder- und Bremsenwerkstatt am Standort Frankfurt. Insgesamt sollen sich die Investitionen in diesem Jahr auf 354 Millionen Euro verdoppeln. Der Markt für das Wartungs- und Instandhaltungsgeschäft werde weiter zulegen, sich aber auch deutlich verändern, so Bußmann. „Wir sehen eine gewaltige Dynamik in der Luftfahrtindustrie: Derzeit gehen so viele neue Flugzeugmuster mit neuen Technologien, Materialien, Komponenten und Triebwerken in den Flugbetrieb wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Gleichzeitig drängen auch neue Wettbewerber mit Wucht in den Markt."

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