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Lufthansa-Chef bestätigt Abflug in die Schweiz

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Lufthansa muss sich mitten im Konzernumbau überraschend einen neuen Chef suchen. Der 2011 eingesetzte Vorstandschef Christoph Franz will in die Schweiz zum Pharmariesen Roche wechseln, wie die Unternehmen gestern bestätigten. Dabei dränge die Zeit nicht. „Ich habe vor, meinen Vertrag bei der Lufthansa komplett zu erfüllen“, sagte der 53-Jährige. Als möglicher Nachfolger an der Lufthansa-Spitze gilt der bisherige Passage-Chef Carsten Spohr – aber auch der Cargo-Vorstandsvorsitzende Karl Ulrich Garnadt und der Chef der Schweizer Konzerntochter Swiss, Harry Hohmeister, wurden bereits genannt.

Bei Roche ist Franz einziger Kandidat für den Posten des Verwaltungsratspräsidenten, der in der Schweiz enger ins operative Geschäft eingebunden ist als deutsche Aufsichtsratsvorsitzende. Franz soll auf der kommenden Generalversammlung am 4. März gewählt werden. Zuvor sollen Nestlé-Konzernchef Paul Bulcke und Shell-Chef Peter Voser auf den Posten an der Roche-Spitze verzichtet haben.

Der Wechsel trifft Lufthansa mitten in der Sanierung. Der Konzern hatte unter Franzens Leitung 2012 das Sparprogramm „Score“ gestartet, mit dem das Unternehmen sein Ergebnis bis 2015 um 1,5 Milliarden Euro im Jahr steigern will. Das entspräche einem operativen Gewinn von 2,3 Milliarden Euro. Die Verlagerung der dezentralen Europaverbindungen von Lufthansa auf die Billigtochter Germanwings ist dabei das Kernstück.

Auch beim Personal will Lufthansa sparen: Mindestens 3500 von 117 000 Stellen sollen abgebaut werden, 2500 davon in Deutschland. Für Unruhe in der Belegschaft sorgten zuletzt Pläne des Managements, die Verzinsung der Betriebsrenten nicht mehr garantieren zu wollen.

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