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Wirtschaft

26. September 2017 | 12:53 Uhr

Lufthansa bleibt am Boden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine halbe Million Passagiere sind vom Ausstand der 5400 Piloten betroffen

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2014 | 15:33 Uhr

Der drohende Pilotenstreik bei der Lufthansa hat bereits vor Beginn am heutigen Mittwoch die Reisepläne Tausender Fluggäste durchkreuzt. Europas größter Luftverkehrskonzern musste wegen des bis Freitag angekündigten Ausstands nahezu das komplette Flugprogramm absagen. 425 000 Reisende wurden auf andere Verkehrsmittel umgebucht oder auf spätere Termine vertröstet. Vor allem die Drehkreuze München und Frankfurt rechnen mit einem abgespeckten Flugprogramm. Auch in Hamburg wird die Luft dünn: Heute fällt dort etwa jeder vierte Flug aus. Laut Webseite des Flughafens werden 56 von 208 Flügen annulliert. Weitere könnten aber hinzukommen, so Pressesprecherin Stefanie Harder. „Die Situation ist im Moment sehr unübersichtlich.“ Bis zum Streikende hat Lufthansa nur rund 500 Flüge mit Tochtergesellschaften geplant, die nicht bestreikt werden.

Gestern lief der Streik bereits mit großer Wucht auf die Passagiere zu. Eine kurzfristige Einigung wurde von beiden Seiten als unwahrscheinlich bezeichnet. Lufthansa hatte auf die Androhung eines dreitägigen Streiks der rund 5400 Kapitäne und Co-Piloten reagiert und für diese Woche 3800 Verbindungen gestrichen.

Auf weitere Streiks in den Osterferien will die Vereinigung Cockpit (VC) nach dem aktuellen Ausstand verzichten, wie VC-Sprecher Jörg Handwerg bekräftigte. Den Streitwert zwischen Piloten und Lufthansa hatte er auf etwa eine Milliarde Euro beziffert. Streikanlass sind die von Lufthansa einseitig gekündigten Übergangsrenten, die den Piloten bislang ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf ermöglichten. Offen ist zudem der Tarifvertrag zu den Gehältern.

Die Lufthansa bot gestern Umbuchungen auf andere Termine, Fluggesellschaften und die Bahn an. Auf kürzeren Strecken konnten die Passagiere auf die Bahn umsteigen. Sie hält Reservezüge samt Personal an wichtigen Bahnhöfen bereit. Lufthansa hat eine Liste der rund 3800 gestrichenen Flügen ins Netz gestellt und nach eigenen Angaben zudem rund 150 000 personalisierte SMS und E-Mails an registrierte Kunden verschickt.

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