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Lübeck will mehr Kreuzfahrer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Studie: Der boomende Schiffsverkehr in der Ostsee geht an der Travestadt vorbei / Es fehlt ein größerer Terminal

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2013 | 00:32 Uhr

Lübeck sollte das ökonomische Potenzial durch Kreuzschifffahrt-Touristen stärker als bisher ausschöpfen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten zu Chancen und Risiken der Stadt auf dem Kreuzfahrtmarkt, das gestern vorgestellt wurde. Bis 2025 könnte die Zahl der Anläufe von durchschnittlich 21 auf 71 gesteigert werden, heißt es in der Studie. Dadurch könnte eine regionale Wertschöpfung von rund acht Millionen Euro erzielt werden.

Voraussetzung dafür sei allerdings ein Terminal, an dem auch Schiffe von mehr als 200 Metern Länge anlegen können. Das Gutachten war von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lübeck, der Stadt Lübeck und der Lübecker Hafen-Gesellschaft in Auftrag gegeben worden.

Am Ostpreußenkai in Lübeck-Travemünde können nur Schiffe bis zu einer Länge von 200 Metern anlegen. „In diesem Marktsegment ist allerdings mit keinen großen Wachstumsraten zu rechnen. Der Trend geht zu größeren Schiffen“, sagte Gutachter Jobst Schlennstedt. Die großen europäischen und amerikanischen Reedereien warteten nur darauf, dass Lübeck Kapazitäten für Schiffe bis etwa 300 Meter Länge bereitstelle, sagte er. Im Jahr 2012 gab es in Lübeck 11 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen, und in Kiel waren es 137.

134 seien bereits für das kommende Jahr angesagt, sagte der Sprecher des Kieler Seehafens, Ulf Jahnke, unserer Zeitung. Näher auf die Lübecker Pläne ging er nicht ein. Kiel habe insgesamt drei große Liegeplätze und damit bleibe man vorne dabei.

Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) begrüßte das Ergebnis der Studie. „Aber ohne öffentliche Förderung wird der Bau eines Kreuzfahrtanlegers nicht wirtschaftlich sein“, sagte Saxe.

IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning schlug vor, eine Interessengemeinschaft aus Verwaltung, Hafen- und Transportwirtschaft, Tourismus und Handel zu bilden. Die sollte dann die Chancen für eine Umsetzung ausloten und nach möglichen Standorten suchen. „Gemeinsam könnten die Häfen Kiel und Lübeck dazu beitragen, dass Schleswig-Holstein am wachsenden Kreuzfahrtmarkt auf der Ostsee profitiert“, sagte Schöning.

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