Löhne steigen schneller als die Preise

Reallohn-Anstieg von 1,3 Prozent sorgt für mehr Geld im Portemonnaie

shz.de von
24. Juni 2014, 13:06 Uhr

Nach einer zwölfmonatigen Durststrecke haben die deutschen Arbeitnehmer im ersten Quartal wieder echte Einkommenszuwächse erzielt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stiegen die Reallöhne um 1,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt gestern in Wiesbaden berichtete. Das war das stärkste Wachstum der um die Inflation bereinigten Bruttogehälter seit dem Frühjahr 2011.

Es sei sowohl von festen Gehaltsbestandteilen wie auch von Sonderzahlungen getragen worden. Die nominalen Löhne sind in der Jahresfrist um 2,6 Prozent gestiegen, während die Verbraucherpreise nur um 1,2 Prozent zulegten. Die Verbraucher haben also wieder deutlich mehr Geld im Portemonnaie.

Von den Zuwächsen profitieren aber nicht alle Arbeitnehmer gleichermaßen: Arbeitnehmer in leitender Stellung können sich über ein durchschnittliches Gehaltsplus von 4,1 Prozent freuen, auch Fachkräfte erhalten mit 2,3 Prozent ganz ordentliche Lohnerhöhungen. Ungelernte Arbeitnehmer verdienen dagegen nur 1,3 Prozent mehr als vor einem Jahr – sie erhalten also gerade einmal einen Inflationsausgleich.


Lohnschere zwischen West und Ost weit offen


Pro Stunde verdienten Voll- und Teilzeitbeschäftigte in Deutschland 2013 im Mittel 19,65 Euro brutto. Sonderzahlungen wurden dabei nicht berücksichtigt. Die Schere zwischen West und Ost ist dabei immer noch weit offen: Im früheren Bundesgebiet liegt der durchschnittliche Bruttostundenlohn bei 20,42 Euro, in den neuen Bundesländern nur bei 15,30 Euro.

Im Vergleich der Bundesländer wurde der höchste Bruttostundenlohn mit 22,12 Euro in Hamburg gezahlt , auf Rang zwei folgte Hessen mit 21,65 Euro. Schlusslicht bei den westlichen Bundesländern war Schleswig-Holstein mit einem durchschnittlichen Bruttolohn von 18,17 Euro, bei den östlichen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen mit jeweils 15,02 Euro.

Am meisten verdienten Arbeitnehmer in leitender Stellung in Hessen, im Schnitt nämlich 38,94 Euro pro Stunde. In Schleswig-Holstein lagen die „Leitenden“ mit 31, 82 Euro wieder am Ende der Weststatistik. Am wenigsten verdienten ungelernte Arbeiter in Mecklenburg-Vorpommern mit durchschnittlich 9,07 Euro. In Schleswig-Holstein bekamen sie 10,82 Euro.

Für die Verdiensterhebung werteten die Statistiker die Daten von 40 500 Betrieben im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich aus.

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