Leere Rollbahnen – genervte Fluggäste

Erzwungene Ruhe: Lufthansa-Jets blieben wie hier in Hannover in der Parkposition.
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Erzwungene Ruhe: Lufthansa-Jets blieben wie hier in Hannover in der Parkposition.

Streikende Piloten erzwingen Streichung von 1400 Flügen / 150 000 Passagiere müssen ihre Reisepläne ad acta legen

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01. Dezember 2014, 15:19 Uhr

Der erneute Streik der Piloten hat die Lufthansa und ihre Passagiere wieder hart getroffen. Auf einer von der Fluggesellschaft im Internet veröffentlichten Liste finden sich bis inklusive morgen 1396 gestrichene Verbindungen, die wegen des Arbeitskampfes nicht angeboten werden können. Rund 150 000 Passagiere seien betroffen, teilte die Lufthansa gestern in Frankfurt mit.

Und auch der Flughafen Hamburg musste 18 Flüge streichen. Heute sollen es sogar 42 werden. Bis heute um Mitternacht sollen zunächst die Zubringerflüge zu den Drehkreuzen München und Frankfurt sowie später dann auch der Interkontinental- und der Frachtverkehr bestreikt werden. Für den Geschäftsführer des Hamburger Flughafens, Michael Eggenschwiler, eine äußerst prekäre Situation: „Es geht um das Vertrauen in das Transportmittel Flugzeug“, sagte er unserer Zeitung. Eine Sprecherin des Flughafens wies zudem darauf hin, dass dies inzwischen der 13. Streik in diesem Jahr sei, wenn man die Arbeitskämpfe von Fluglotsen, Flugsicherung und Piloten zusammenrechne.

Ein Ausweichen auf die Flughäfen in Bremen und Hannover brachte auch nichts. Denn auch dort wurden einige Flüge gestrichen. Immerhin, so eine Sprecherin des Flughafens in Hannover, gebe es keine gestrandeten Fluggäste: „Wir haben keine wartenden Passagiere, die übernachten müssen.“ Viele Reisende seien auf Auto und Bahn umgestiegen.

Streit gibt es vor allem um die Übergangsversorgung für die rund 5400 Piloten im Konzern. Die Fluggesellschaft will ihre Piloten frühestens mit 60 statt wie bisher mit 55 Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen lassen. Dagegen wehren sich die Piloten. Strittig sind zudem die Gehälter der Piloten und die Billig-Strategie des Konzernchefs Carsten Spohr. Beim Billigableger Eurowings und einer geplanten Billigtochter für die Langstrecke verdienen Piloten und Flugbegleiter weniger als ihre Kollegen in den Jets mit dem Kranichlogo.

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