Höhere Rückzahlungen : Lebensversicherungen – BGH stärkt Rechte von Kunden

Bei Rückabwicklung gibt’s mehr Geld: Abschluss- und Versicherungskosten dürfen nicht angerechnet werden.

shz.de von
30. Juli 2015, 08:10 Uhr

Wer gegen den Abschluss einer Policen-Lebensversicherung erfolgreich Widerspruch eingelegt hat, kann bei der Rückabwicklung des Vertrages auf eine höhere Rückzahlung hoffen. Das ergibt sich aus einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofes (BGH). Danach muss sich der Kunde zwar den während der Zeit genossenen Versicherungsschutz anrechnen lassen, nicht jedoch die Abschluss- und Versicherungskosten.

Das Gericht hat damit erstmals geklärt, was Assekuranzen nach einem Widerspruch an Prämien und Zinsen an den Kunden zurückzahlen müssen (Az.: IV ZR 384/14 u.a.). Das Urteil betrifft Lebensversicherungen, die zwischen 1994 und 2007 nach dem Policenmodell zustande gekommen sind. Dabei erhielt der Kunde sämtliche Unterlagen erst mit dem Versicherungsschein. Er hatte die Möglichkeit, ab Erhalt der Unterlagen innerhalb einer bestimmten Frist zu widersprechen.

Seit 2008 gibt es dieses Modell nicht mehr. Die Richter prüften die Klagen von Kunden gegen die AachenMünchener Lebensversicherung. Diese hatten nach Jahren Widerspruch gegen ihre fondsgebundenen Lebensversicherungen eingelegt und waren mit der vom Versicherer zurückgezahlten Summe unzufrieden. So hatte einer der Kläger 10.800 Euro an Prämien eingezahlt und nur 8600 zurückerhalten. In einem anderen Fall bekam der Kunde 21. 500 Euro zurück, hatte aber mehr als 33.800 Euro eingezahlt.

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