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Aktienmarkt : Kursrutsch in China drückt Dax in den Keller

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Nach dem Kursrutsch vom Montag haben viele Anleger das Vertrauen verloren. Vor allem die Entwicklung der für den deutschen Export wichtigen chinesischen Wirtschaft bereitet Anlass zur Sorge.

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2016 | 15:38 Uhr

Frankfurt/Main | Am deutschen Aktienmarkt sind die Anleger am Mittwoch in Deckung geblieben. Erneut schwache Konjunkturdaten aus China und viele beunruhigende politische Nachrichten drückten auf die Stimmung. Der Dax rutschte bis zum Mittwochnachmittag weiter ab und stand zuletzt 1,81 Prozent tiefer bei 10.123,20 Punkten. Am Vortag hatte sich der deutsche Leitindex noch etwas von seinem Crash zum Jahresauftakt berappelt.

Verschleppte Reformen und zu viele Handelsbeschränkungen: Für Europäische Unternehmen häufen sich die Probleme in China. Sie stellen sich auf eine härtere Zukunft ein. Zudem entwickelt sich der Außenhandel Chinas schwach – das Wirtschaftswachstum schwächelt.

Auch positive Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt konnten die Kurse nicht nachhaltig stützen: Die Privatwirtschaft der USA hat im Dezember deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet.

Der MDax verbuchte zuletzt ein Minus von 1,77 Prozent auf 19 869,62 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 1,93 Prozent auf 1775,41 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sackte um 1,86 Prozent ab.

Insbesondere die Entwicklung der wichtigen chinesischen Wirtschaft bereitet den Börsianern weiter Kopfzerbrechen. Nach zuletzt schlechten Signalen aus der Industrie enttäuschte am Mittwoch auch der Dienstleistungssektor. Belastend kam am Mittwoch der eskalierende Atomstreit mit Nordkorea hinzu. Überdies hielten die Spannungen zwischen den beiden wichtigen Ölförderländern Iran und Saudi-Arabien an.

Im Dax bekamen die deutschen Autobauer die Quittung für die am Vorabend veröffentlichten, überwiegend trüben US-Absatzzahlen. Mit einem Minus von mehr als vier Prozent wurden die BMW-Papiere am deutlichsten abgestraft. Die Verkäufe der Münchener waren im Dezember am stärksten eingebrochen. Daimler-Anteilsscheine verloren rund dreieinhalb Prozent und für die VW-Vorzugsaktien ging es um mehr als zwei Prozent nach unten.

Im TecDax drückten Sorgen um die Geschäftsentwicklung die Aktien des Chipkonzerns Dialog Semiconductor um rund fünfeinhalb Prozent in die Tiefe. Presseberichten zufolge will der Kunde Apple die Produktion der neuesten iPhone-Modelle 6S und 6S Plus deutlich reduzieren.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,44 Prozent am Vortag auf 0,40 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,19 Prozent auf 140,21 Punkte. Der Bund-Future mit einer Laufzeit bis März 2016 gewann 0,33 Prozent auf 159,61 Punkte. Der Euro gab weiter nach: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0742 (Dienstag: 1,0746) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9309 (0,9306) Euro.

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