zur Navigation springen

Kursänderung bei Siemens: Kompressoren statt Kühlschränke

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 13:19 Uhr

Siemens will den US-Kompressoren-Hersteller Dresser-Rand für umgerechnet knapp sechs Milliarden Euro übernehmen. Die Münchner sind sich mit dem Ausrüster für die Öl- und Gasindustrie aus Texas einig, wie Siemens gestern in einer Pflichtmitteilung für die Börse erklärte. Das Angebot für den US-Hersteller betrage 83 Dollar je Aktie in bar und entspreche einem Gesamtwert von rund 7,6 Milliarden Dollar (rund 5,8 Milliarden Euro). Dresser-Rand habe seinen Aktionären einstimmig empfohlen, das Übernahmeangebot von Siemens anzunehmen. Dresser-Rand ist ein US-Ausrüster für die Öl- und Gasindustrie. Das Unternehmen stellt Kompressoren, Dampf- und Gasturbinen sowie Motoren her. Dies ergänze das bestehende Siemens-Portfolio, insbesondere für die weltweite Öl- und Gasindustrie, hieß es.

Zugleich gab Siemens den Ausstieg aus der fast 50 Jahre langen  Hausgeräte-Kooperation mit Bosch bekannt. Bosch übernimmt das Joint Venture BSH Bosch und Siemens Hausgeräte komplett und zahlt drei Milliarden Euro für den 50-prozentigen Siemens-Anteil, wie beide Unternehmen mitteilten. Vor Vollzug der Transaktion sollen zudem jeweils 250 Millionen Euro an Siemens und Bosch ausgeschüttet werden.  BSH passe von seiner strategischen Ausrichtung sehr gut zur Bosch-Gruppe, sagte Bosch-Chef Volkmar Denner.  Der Konzern, der auch einer der größten Autozulieferer weltweit ist, will sich mehr und mehr auf das sogenannte „Internet der Dinge“ konzentrieren. Darunter versteht man Hausgeräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke, die technisch in der Lage sind, mit dem Internet zu kommunizieren.  Über die Komplettübernahme des 1967 entstandenen Gemeinschaftsunternehmens BSH war schon lange spekuliert worden. Sie soll nach Zustimmung der Kartellbehörden im ersten Halbjahr 2015 abgeschlossen werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert