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Wirtschaft

19. August 2017 | 17:45 Uhr

Kulturwandel?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auch für einen Deutsche Bank-Chef gilt der Grundsatz: Im Zweifel für den Angeklagten. Das fällt schwer, sieht man sich die zahlreichen Rechtsstreitigkeiten an, in die das Geldhaus verwickelt ist: Seien es Manipulationen der Referenzzinssätze Libor oder Euribor, Vorwürfe, beim Goldpreisfixing manipuliert zu haben – die Deutsche Bank war immer mit dabei. Und all diese Rechtsstreitigkeiten sind noch nicht entschieden, es ist also noch nicht klar, ob in diesem Fall Co-Chef Anshu Jain, damals verantwortlich für die Sparte Investmentbanking, ein Mitverschulden zur Last gelegt werden kann.

Schneller als Jain könnte nun sein Co-Chef Jürgen Fitschen vor Gericht stehen – und das im Zusammenhang mit dem Fall Kirch. Die Vorwürfe gegen ihn erscheinen weniger schwer im Vergleich zu denen, denen sich Jain womöglich stellen muss. Fitschen soll nicht ausreichend darüber gewacht haben, dass die Anwälte im Kirch-Prozess nicht die Unwahrheit sagen. Man muss ihm zugutehalten, dass diese Anwälte externe Juristen waren, also nicht die aus dem eigenen Haus. Auf die dürfte er weniger Einfluss gehabt haben. Dennoch sind die Vorwürfe sehr ernst zu nehmen. Denn Fitschen ist ja mit dem Ziel eines Kulturwandels in der Bank angetreten. Wenn es ihm damit ernst ist, dann sollte er seine Ämter als Bankchef wie als Präsident des Bundesverbands deutscher Banken ruhen lassen, falls es zur Anklage kommen sollte.

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von
erstellt am 12.Aug.2014 | 15:06 Uhr

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