Tarifstreit ohne Ergebnis : Küstenaktionstag: Warnstreiks der IG Metall Küste in 150 Betrieben

Warnstreik der IG Metall Küste. /Archiv
Warnstreik der IG Metall Küste. /Archiv

Erstmals seit Jahren könnte es zu echten Arbeitskämpfen kommen – nicht nur zu Warnstreiks.

shz.de von
24. Januar 2018, 08:26 Uhr

Hamburg | Mehrere Tausend Metallarbeiter haben am Mittwoch in Hamburg für die Forderungen ihrer Gewerkschaft in der laufenden Tarifrunde demonstriert. „Hamburger Nächte sind nicht billig – deshalb Anhebung der Schichtzuschläge“ und „Küstenweit streikbereit“ stand auf Transparenten und Plakaten, die in der Demonstration mitgeführt wurden. Zum Abschluss der Demonstration sprach der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann zu den Warnstreikenden. Die Tarifverhandlungen gehen am Donnerstag in Hamburg in die vierte Runde, bei der es um regionale Forderungen geht wie Wasch- und Umkleidezeiten und die Angleichung der Schichtzulage.

Die Gewerkschaft fordert für die 140.000 Beschäftigten der Branche im Norden sechs Prozent mehr Geld sowie einen Anspruch auf zeitweise Reduzierung der Arbeitszeit bis auf 28 Stunden, zum Teil mit Lohnausgleich. Die Arbeitgeberseite hat bislang zwei Prozent mehr Entgelt angeboten und eine Einmalzahlung von 200 Euro. Die Arbeitszeitforderungen der Gewerkschaft lehnen die Arbeitgeber ab.

Die IG Metall Küste hat in 150 Betrieben in den fünf norddeutschen Bundesländern zu Warnstreiks aufgerufen. Beim „Küstenaktionstag“ sind Kundgebungen und Demonstrationen in 16 Städten und Standorten geplant.

Größere Veranstaltungen gibt es auch in Kiel, wo Bezirksleiter Geiken zu den Warnstreikenden spricht (12 Uhr), sowie in Flensburg, Lübeck, Rostock, Wismar, Bremen, Bremerhaven und weiteren Standorten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Während der Demonstrationen kann es auch zu Verkehrsbehinderungen kommen.

In Lübeck gingen rund 700 Menschen auf die Straße.
Holger Kröger

In Lübeck gingen rund 700 Menschen auf die Straße.

Der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, drohte mit ganztägigen Warnstreiks: „Wir können eine Schippe drauflegen“, sagte Geiken am Mittwoch am Rande einer Kundgebung der Gewerkschaft vor dem Kieler Hauptbahnhof. Die Arbeitgeber wären „gut beraten, sich jetzt endlich zu bewegen“. Zu der Kundgebung in Kiel hatten sich laut Polizei rund 1300 Menschen versammelt. „Wir erwarten auch im Norden ein Signal von unserem Gegenüber“, sagte Geiken. Zwar hätten sich die Tarifpartner bei der Arbeitszeit angenähert. „Aber in den Kernpunkten: Anspruch auf Reduzierung der Arbeitszeit, bei der Frage wie viel Geld gibt es, haben wir noch überhaupt nicht richtig miteinander gesprochen. Das ist ganz schwierig.“ Die Menschen erwarteten Arbeitszeiten, die zum Leben passten. „Die Wirtschaft brummt. Wir brauchen gute Tarifverträge, um Leute anzusprechen für die Zukunft.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen