Kritik an Mini-Senkung der Dispo-Zinsen

shz.de von
15. Juni 2014, 13:38 Uhr

Mehrere Banken in Deutschland senken ihre Dispo-Zinsen fürs Konto-Überziehen – allerdings nur sehr geringfügig. Das berichtet die „Bild“. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am 5. Juni den Leitzins von 0,25 Prozent auf 0,15 Prozent gesenkt. Zu diesem Zins können sich Banken bei der Notenbank Geld leihen. Laut Bericht wollen ur anderem die Deutsche Bank und die Berliner Bank zum 16. Juni ihre Dispo-Konditionen um jeweils 0,1 Prozentpunkte auf maximal 11,8 Prozent je nach Kontotyp kürzen. Bei der Norisbank sinkt der Dispo-Zinssatz von derzeit 11,25 auf 11,15 Prozent. Bei der Postbank gelten für das Konto „GiroPlus“ künftig 11,95 statt 12,05 Prozent, für das „GiroExtraplus“ 9,3 statt 9,4 Prozent. Die Commerzbank senkt demnach für Neukunden die Dispo-Zinsen ab dem 26. Juni um 0,5 Prozentpunkte auf 11,4 Prozent.

Die Opposition im Bundestag äußerte heftige Kritik. Die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Nicole Maisch, sagte: „Die aktuellen Zinssenkungen sind ein schlechter Witz. Die Banken bekommen Geld zum Nulltarif und zocken noch immer Dispozinsen in zweistelliger Höhe ab.“ Es werde höchste Zeit für einen gesetzlichen Deckel.

Bereits kurz nach dem EZB-Schritt hatten Verbraucherschützer und Politiker die Banken aufgefordert, die Gebühren fürs Konto-Überziehen zu senken. „Wir haben viel zu hohe Dispozinsen im Vergleich zum sonstigen Zinsumfeld“, kritisierte Verbraucherschützerin Dorothea Mohn. Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon sagte, dass die Dispozinsen seit 2008 um drei Prozentpunkte gesunken seien.

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