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Kreischalarm für die Marktführer

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bekleidungs-Versandhändler Zalando setzt etablierte Händler wie Otto immer mehr unter Zugzwang / Projekt „Collins“ soll es richten

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2014 | 16:06 Uhr

Den hysterischen „Schrei vor Glück“ nimmt Zalando in der Werbung inzwischen selbst auf die Schippe. Da kreischte zuletzt der Barkeeper oder die Mädels-Gang ins Messgerät der Mode-Polizei. Doch für den Online-Modehändler sind die Spots mit Schreialarm ein geniales Erfolgsrezept. Zwar ist das Berliner Unternehmen nach fünf Jahren noch nicht aus den roten Zahlen raus, doch Umsatz- und Kundenentwicklung zeigen steil nach oben. So sehr, dass sich die etablierte Konkurrenz zunehmend unter Zugzwang sieht.

Der Online-Handel ist insgesamt eine rasant wachsende Branche. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz nach Zahlen des Versandhandel- Branchenverbands um satte 41,7 Prozent. Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet damit, dass der Verkauf über das Internet in diesem Jahr neun Prozent vom Gesamtumsatz im Einzelhandel ausmachen wird. In zehn Jahren dürften es geschätzte 25 Prozent sein. Doch so sehr wie Zalando wachsen wenige.

Das junge Unternehmen mit dem hippen Ruf legte im vergangenen Jahr beim Umsatz um mehr als 50 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zu.
13 Millionen Kunden bestellen mehr oder weniger regelmäßig – und schicken in etwa die Hälfte einmal anprobiert wieder zurück. Schuhe, einst der Renner, gibt es zwar noch. Mehr Geschäft machen die Berliner neuerdings aber mit Jeans, Tops oder Röcken.

Dieser rasante Aufstieg gibt dem Branchenriesen zu denken. Denn Otto, Deutschlands größter Onlinehändler für Mode, verliert Marktanteile. Die analogen Katalog-Zeiten sind zwar auch hier lange vorbei und damalige Konkurrenten wie Quelle aus dem Feld geschlagen.

Weltweit fuhr die Otto-Gruppe im Geschäftsjahr 2012/13 einen Online-Umsatz von 5,3 Milliarden Euro ein. Doch trotzdem sieht sie Nachholbedarf in Sachen Online-„Kreischalarm“.

Was die Hamburger genau vorhaben, ist ein streng gehütetes Geheimnis namens „Collins“. So viel verraten die Macher seit wenigen Tagen in einem Blog: Im Frühjahr wollen sie mit mehreren Shops starten, die Mode und Wohnaccessoires an junge Leute verkaufen.

„Junge Leute wie wir“, sagt der langhaarige Geschäftsführer Tarek Müller. Die Menschen werden künftig anders einkaufen, versprechen sie – ohne zu sagen, wie. Nur so viel verrät Einkäuferin Karen Haust: „Es gibt nicht mehr den einen Look“ – und Mode-Blogs sollen Inspiration sein.

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