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Für 21,2 Milliarden Euro : Kreditkarten-Riese Visa will frühere Tochter zurückkaufen

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Der US-Kreditkarten-Riese will einen finanziellen Kraftakt stemmen, um sein ehemaliges Europa-Geschäft unter das Konzerndach zurückzuholen.

shz.de von
erstellt am 02.Nov.2015 | 14:10 Uhr

Foster City/London | Der US-Kreditkarten-Anbieter Visa steht vor dem teuersten Zukauf seiner Firmengeschichte. Visa werde seine frühere Tochter Visa Europe für bis zu 21,2 Milliarden Euro zurückkaufen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Visa zahle 11,5 Milliarden Euro in bar und fünf Milliarden Euro in eigenen Aktien. Weitere 4,7 Milliarden Euro werden vier Jahre nach Abschluss der Fusion fällig, wenn bestimmte Geschäftsziele erreicht werden.

Mit der Einigung auf die Übernahme enden jahrelange Spekulationen von Analysten. Der US-Konzern hatte sich 2007 vor seinem Börsengang von seiner europäischen Sparte getrennt. Visa Europe befindet sich seitdem im Besitz von mehr als 3000 europäischen Banken. Zuvor hatten die beiden Unternehmen gemeinsam unter dem Konzerndach der Gesellschaft Visa International Service Association gestanden.

Visa will den Rückkauf des europäischen Kreditkartengeschäfts bis Ende Juni 2016 abschließen. Alleine der britischen Großbank Barclays, die den größten Anteil an Visa Europe hält, könnte der Deal im Geschäftsjahr 2016 über 400 Millionen Pfund (560 Millionen Euro) in die Kasse spülen, wie das britische Institut in Reaktion auf die Übernahme-Absichten von Visa mitteilte.

Visa legte zum Wochenauftakt auch seine Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal vor. In den drei Monaten bis Ende September kletterte der Gewinn verglichen mit dem Vorjahreswert von 1,07 auf 1,51 Milliarden Dollar (1,4 Mrd Euro). Analysten hatten mit einem etwas besseren Ergebnis gerechnet. Die Erlöse stiegen um elf Prozent auf 3,57 Milliarden Dollar. Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Überschuss um 16 Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar. Zudem gab der Konzern weitere fünf Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe frei.

Visa tut sich mit dem starken Dollar schwer, der Auslandseinnahmen nach Umrechnung in US-Rechnung verringert. Ohne diesen Wechselkurseffekt wären die Erlöse im vergangenen Quartal um 13 Prozent gewachsen. Die Dollar-Stärke hatte auch die Bilanzen der Wettbewerber Mastercard und American Express belastet, die ihre Quartalszahlen bereits zuvor veröffentlicht hatten. Die Unternehmen verdienen an Gebühren, wenn mit Kreditkarte bezahlt wird.

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