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Steigende Defizite : Krankenkassenbeiträge steigen um 0,2 Prozent

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Die Krankenkassen klagen seit längerem, dass das Geld knapper wird. Nun zeichnet sich ein Defizit von einer halben Milliarde Euro ab - und damit steigende Beitragssätze.

shz.de von
erstellt am 25.Aug.2015 | 14:05 Uhr

Berlin | Der durchschnittliche Beitrag für die gesetzliche Krankenversicherung steigt im kommenden Jahr voraussichtlich um 0,2 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur kam der sogenannte Schätzerkreis beim Bundesversicherungsamt am Mittwoch in Bonn zu dieser Prognose.

Der Beitragssatz zur Krankenversicherung setzt sich seit Jahresbeginn zusammen aus einem allgemeinen, festen Bestandteil von 14,6 Prozent, den Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte bezahlen, sowie einem Zusatzbeitrag. Diesen müssen die Kassen je nach Finanzlage regelmäßig neu bestimmen, er wird allein von den Arbeitnehmern aufgebracht. Für das laufende Jahr wird mit einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 0,9 Prozentpunkten gerechnet.

Die gesetzlichen Krankenkassen fuhren nach einem Bericht des „Handelsblatts“ im ersten Halbjahr 2015 ein Defizit von fast einer halben Milliarde Euro ein. Bei den Innungskrankenkassen habe sich das Defizit binnen Jahresfrist auf 118 Millionen Euro nahezu verdoppelt. Mit einem Minus vor rund 100 Millionen Euro schnitten demnach die Betriebskrankenkassen ähnlich ab. Bei den Ersatzkassen sei der Fehlbetrag zwar geschrumpft, betrage aber immer noch 191 Millionen Euro. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) verzeichneten in diesem Zeitraum ein Defizit von 110 Millionen Euro. „Für die Mehrausgaben für Kliniken, Ärzte und Medikamente reicht der gesetzliche Einheitsbeitragssatz nicht“, sagte Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbandes in Berlin.

Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink sagte, die Versprechungen von sinkenden Beiträgen für die Versicherten seitens Minister Hermann Gröhe (CDU) noch Ende letzten Jahres „waren nur Augenwischerei. Klar ist: Bis 2017 werden die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Zusatzbeiträgen von 1,4 bis zwei Prozent rechnen müssen.“ Durch das Einfrieren des Arbeitgeberanteils bei der GKV-Finanzreform müssten nun allein die Versicherten die stetig steigenden Kosten schultern.

Die KKH Kaufmännische Krankenkasse warnte davor, drohende Kostensteigerungen im Gesundheitswesen ausschließlich auf die Versicherten abzuwälzen. „Von einem funktionierenden Gesundheitssystem profitiert der Wirtschaftsstandort insgesamt, daher sollten auch die Arbeitgeber an der Finanzierung der höheren Kosten beteiligt werden“, sagte KKH-Vorstandschef Ingo Kailuweit.

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